Kinderarzt gesteht Missbrauch von 130 Patienten: Jüngster erst zwei Jahre alt!

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Von Monika Wendel

Potsdam - Widerlich: Ein Kinderarzt hat am Montag vor Gericht in Potsdam einen jahrelangen sexuellen Missbrauch von Patienten gestanden.

Am Montag hat der Missbrauchs-Prozess gegen den Kinderarzt vor einem Gericht in Potsdam begonnen.
Am Montag hat der Missbrauchs-Prozess gegen den Kinderarzt vor einem Gericht in Potsdam begonnen.  © Sven Kaeuler/dpa

"Ich habe große Schuld auf mich geladen", sagte der Mann vor dem Landgericht. Er habe bereits ein Geständnis zu fast allen Taten abgelegt - denn er wolle den Opfern Aussagen vor Gericht ersparen.

"Dabei wird es bleiben." Dem Mediziner aus dem Havelland westlich von Berlin werden insgesamt 130 Fälle zur Last gelegt.

Zu Beginn des Prozesses verlas die Staatsanwaltschaft mehr als zwei Stunden lang die Anklage.

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Der 46 Jahre alte Angeklagte soll die Sexualstraftaten an zwei Klinikstandorten, in einem ärztlichen Bereitschaftszimmer und in Kindertagesstätten begangen haben.

Er soll von den sexuellen Handlungen Bilder und mehrfach auch Videos gemacht haben.

Der Angeklagte hält sich bei seiner Ankunft vor Gericht einen Aktenordner vor das Gesicht.
Der Angeklagte hält sich bei seiner Ankunft vor Gericht einen Aktenordner vor das Gesicht.  © Julian Stähle

Betroffene zum Tatzeitpunkt zwischen zwei und 20 Jahren alt

Roland Weber (v.r.n.l.), Opferbeauftragter der Bundesregierung, spricht beim Prozess mit den Verteidigern Ursus Koerner und Vincent Spörl.
Roland Weber (v.r.n.l.), Opferbeauftragter der Bundesregierung, spricht beim Prozess mit den Verteidigern Ursus Koerner und Vincent Spörl.  © Sven Kaeuler/dpa

Die Staatsanwaltschaft geht von mehr als 70 Betroffenen aus, die zum Tatzeitpunkt zwischen zwei und 20 Jahren alt waren. Im Gerichtssaal waren zum Prozessauftakt 15 Nebenkläger anwesend.

Die Ermittlungen gegen den Arzt waren im November vergangenen Jahres nach der Anzeige einer Mutter ins Rollen gekommen.

Nach der Auswertung von Datenträgern weitete sich der Fall aus. Angeklagt sind Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die sich auf mehr als zehn Jahre erstrecken. Die Vorwürfe gehen bis Dezember 2013 zurück.

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Der Arzt kam im November 2025 wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Er war an der Havelland-Kliniken GmbH beschäftigt, die westlich von Berlin zwei Krankenhaus-Standorte betreibt. Am Landgericht Potsdam sind insgesamt 18 Verhandlungstage angesetzt.

Titelfoto: Julian Stähle

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