Drogentest im Schlüpfer? Polizist wird verurteilt
Chemnitz - Es ist eine Tat, die so schräg wie abscheulich ist: Nachdem der Chemnitzer Polizist Roy U. (55) außerhalb seiner Dienstzeit ein Mädchen (17) zu einem Drogentest aufforderte, musste sich der Teenager untenrum freimachen. Für den vermeintlich nötigen Vaginalabstrich wurde der Ex-Beamte am Montag verurteilt.
Nachdem der Teenager Opfer häuslicher Gewalt gewesen sein soll, hatte Polizeihauptmeister Roy U. am 9. Oktober 2024 das Mädchen erneut kontaktiert. Er holte sie unter dem Vorwand, weitere Fragen zu haben, am Nachmittag bei ihr zu Hause ab. Zu dem Zeitpunkt war er nicht im Dienst. Danach fuhr sie in seinem Privatwagen auf den Parkplatz der Norma-Filiale in der Glösaer Straße.
Was dann geschah, lässt frösteln: "Anschließend forderte der Angeklagte die Geschädigte auf, sich für einen Drogentest im Intimbereich freizumachen", so die Staatsanwaltschaft. Weil Roy Polizist war, folgte das Mädchen seinen Anweisungen. Roy U. nahm zwei Vaginalabstriche von dem Mädchen, um sich sexuell zu erregen.
Bereits im vergangenen Juni kam es zu dem Verfahren, weil Roy einen Strafbefehl von einem Jahr Haft auf Bewährung nicht akzeptiert hatte. Damals erschien er wegen Krankheit nicht vor Gericht.
Auch am Montag blieb er der Verhandlung fern, hatte seiner Verteidigerin Dana Schwarz (47) eine Vollmacht erteilt.
Roy muss dem Mädchen 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen
Am Montag wurde am Amtsgericht Chemnitz jedoch der Strafbefehl akzeptiert. Hinzu kommt: Roy muss dem Mädchen 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen, sowie 5000 Euro an die Staatskasse.
Der Mann ist mittlerweile im Ruhestand und bezieht monatlich 2100 Euro. Wäre er noch im Dienst gewesen, hätte sich das Urteil weitaus empfindlicher ausgewirkt. Allerdings antwortet Anwältin Schwarz auf TAG24-Nachfrage, ob ein Dienstverfahren noch nachträglich eingeleitet werden könnte: "Es ist nicht ausgeschlossen."
Titelfoto: Petra Hornig
