Chemnitz - Tom W. (36) chattete mit einer vermeintlich 13-Jährigen und verabredete sich zum Sex mit ihr. Doch beim Treffpunkt wartete nicht das Kind, sondern die Polizei auf ihn. Am Mittwoch musste sich der Intensivtäter vor Gericht verantworten.
Während der Verlesung der Anklageschrift kam heraus, dass sich hinter der Minderjährigen ein Mann verbarg, der Hausmeister Tom W. zuerst auf Facebook und dann per WhatsApp in eine Falle lockte.
"Im Verlauf der Kommunikation schlug der Angeklagte vor, dass die 13 Jahre alte 'Chrissi' bei ihm übernachten könne", so Staatsanwalt Carsten Schönfeld (37). Dabei sollte es zum Oralsex kommen.
Beim Treffpunkt traf er auf eine Polizeibeamtin, die durch ihr jugendliches Aussehen einem Kind ähnelte. Auf dem Weg zur Chemnitzer Wohnung des Angeklagten griffen die Ordnungshüter zu - seitdem sitzt Tom in U-Haft.
"Was da in mich gefahren ist - ich weiß es nicht", erklärte der gelernte Fachlagerist am Mittwoch unter Tränen. Während der Chats stand er unter Drogen, hatte auch Unmengen von Alkohol getrunken.
Richterin Jaqueline Neubert-Rockel (60), verdonnerte Tom unter anderem wegen des versuchten sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung.
Da der Angeklagte zwar mehrfach vorbestraft, aber nicht wegen einschlägiger Delikte vorgeahndet ist, setzte die Juristin die Strafe zur Bewährung aus. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.