Prozess in Chemnitz: Kranker Vater-Killer traute nicht mal seinem Hund

Chemnitz - Er misshandelte seine Partnerin - anschließend brachte er seinen Adoptivvater (†71) in Großweitzschen um. Das Landgericht Chemnitz entschied deshalb am Freitag in dem Sicherungsverfahren: Pierre Martin M. (46) muss dauerhaft in die Psychiatrie.

Der Angeklagte (M.) muss dauerhaft in die Psychiatrie.
Der Angeklagte (M.) muss dauerhaft in die Psychiatrie.  © Harry Härtel/Haertelpress

Am letzten Prozesstag gab der Gutachter einen Einblick in die Psyche des Angeklagten: Vor ein paar Jahren entwickelte sich bei Pierre eine paranoide Schizophrenie heraus, die ihn alle möglichen Dinge glauben lässt.

So gab er in Befragungen zum Beispiel an, dass seine Eltern durch Doppelgänger ausgetauscht worden seien. Selbst seinem Hund soll der Angeklagte am Ende nicht mehr vertraut haben.

Auf Nachfrage von Staatsanwalt Carsten Schönfeld (37), ob das Verhalten des Angeklagten nur vorgespielt wäre, antwortete der Gutachter: "Dies ist ein erschreckender, aber abwegiger Gedanke."

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Gerichtsprozesse Chemnitz Er war für die Sicherheit zuständig: Mitarbeiter räumt siebenmal Rewe-Tresor leer

Dass Pierre ein gefährlicher Mann ist, sieht man auch an seinem Vorstrafenregister: Er saß bereits über sechs Jahre im Gefängnis wegen schwerer räuberischer Erpressung.

In diesem Haus in Großweitzschen brachte Pierre Martin B. (46) seinen Adoptivvater (†71) um.
In diesem Haus in Großweitzschen brachte Pierre Martin B. (46) seinen Adoptivvater (†71) um.  © EHL Media/Dietmar Thomas
Hinter dieser Tür brachte Pierre den Rentner unter anderem mittels Klodeckel um.
Hinter dieser Tür brachte Pierre den Rentner unter anderem mittels Klodeckel um.  © EHL Media/Dietmar Thomas

Letztlich verurteilte die Kammer um Richter Janko Ehrlich (53) Pierre wegen Totschlags und Körperverletzung zu einer dauerhaften Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Zur Tatzeit war er nicht schuldfähig - deshalb kommt er nicht ins Gefängnis. Da bei ihm die seelische Störung spät angefangen habe, sei sie gut therapierbar. Ehrlich sagte jedoch auch: "Für Sie ist es noch ein langer Weg."

Titelfoto: Bildmontage: Harry Härtel/haertelpress, EHL Media/Dietmar Thomas

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