Prozess in Chemnitz: Verschwenderischer Boss wegen Untreue vor Gericht

Chemnitz/Döbeln - Ronny G. (46) kümmerte sich als Chef einer Döbelner Firma fürsorglich um sein Unternehmen: Er soll unter anderem einen Wachdienst engagiert sowie Rasenmäher für die Außenpflege gekauft haben. Das Problem: Diese Dienste wurden gar nicht benötigt. Seit Donnerstag steht der Mann wegen Untreue in Chemnitz vor Gericht.

Ex-Chef Ronny G. (46) steht seit gestern wegen Untreue vor Gericht.  © Harry Härtel/Haertelpress

In seiner Zeit bei der Firma soll Ronny laut Anklage kräftig eingekauft haben. So soll der gelernte Betriebswirt einen Vertrag mit einer Wachschutzfirma abgeschlossen haben, um das Unternehmensgelände überwachen zu lassen.

"Wie dem Angeklagten bewusst war, war ein Bedarf an Wachschutz im vereinbarten Umfang nicht erforderlich", so die Staatsanwaltschaft. Es bestand nämlich noch ein gültiger Vertrag mit einem anderen Wachdienst.

Damit nicht genug: Für das leibliche Firmenwohl soll Ronny zehn Bierbänke und eine Transportbox gekauft haben. "Die Bierbänke wurden nach Lieferung nicht genutzt."

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Letztendlich wurden auch noch zwei Rasenmäher angeschafft. Völlig sinnlos, denn die Firma hatte längst eine Gartenbaufirma beauftragt.

Der wirtschaftliche Schaden summiert sich auf stattliche 123.380 Euro. So schnell wie der Untreue-Prozess am Chemnitzer Amtsgericht begann, endete er auch wieder. Man wolle erst den Ausgang des Zivilprozesses in der Sache abwarten.

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Zudem musste der Verteidiger am Nachmittag bei einem anderen Prozess in Dresden anwesend sein, der durch die Bombenentschärfung am Mittwoch verschoben wurde. Das Verfahren wird bis Juni ausgesetzt.

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