Sie haben Frauen zur Prostitution gezwungen: Urteil im Mammut-Prozess gefallen
Chemnitz - Es war ein Mammut-Prozess, die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft heftig: Fünf Angeklagte sollen eine Vielzahl von vietnamesischen Frauen in Chemnitz in die Prostitution gezwungen haben. Jetzt hat das Landgericht Chemnitz ein Urteil gefällt. Drei Angeklagte bleiben im Knast, zwei kommen mit Bewährung davon.
Worum ging es? Die Angeklagte Thi Ly V. (54) hatte laut Staatsanwaltschaft als Chefin gewirkt und soll zusammen mit ihrem "Stellvertreter" Nam K. (28) und Gustav H. (55) vietnamesische Frauen mit Aussicht auf "einen normalen Job" angeworben haben.
Bei ihrer Einreise landeten die Frauen jedoch in Bordellen in Chemnitz, Hainichen, Plauen, Dresden, Gera, Nürnberg und Bremen.
Neben dem Trio stand auch Alfons S. (70) vor Gericht. Er hatte die Wohnungen in Chemnitz angemietet. Sein Sohn Maximilian hatte die Versorgung geleitet.
"Das Gericht sah im Wesentlichen die in der Anklage geschilderten Sachverhalte als erwiesen an, jedoch wertete es die Zusammenarbeit der Angeklagten nicht als die einer Bande, da es eine Bandenabrede nicht feststellen konnte", so Gerichtssprecherin Marika Lang (61).
Urteil ist nicht rechtskräftig
Ergebnis des seit Dezember laufenden Prozesses: Thi und Nam wurden wegen versuchten und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in 17 Fällen schuldig gesprochen und bekamen fünfeinhalb Jahre.
Alfons wurde zu vier Jahren und vier Monaten Knast verurteilt. Er muss zudem 28.100 Euro als Wertersatz blechen.
Gustav und Maximilian kamen mit Bewährung davon: Gustav kassierte ein Jahr und vier Monate, Maximilian ein Jahr und zehn Monate – er muss zudem 2000 Euro zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Titelfoto: Bildmontage: Harry Härtel/Haertelpress (5)
