Sie nahmen einem Rentner 30.000 Euro ab: Duo will von nichts gewusst haben
Chemnitz - Selten genug gehen Betrüger von Schock-Anrufen den Behörden ins Netz. Doch in dem Fall von Kamil Z. (35) und Wiktoria N. (24) könnte die Polizei einen Volltreffer gelandet haben. Die beiden sollen einen Chemnitzer Rentner per Telefon um 30.000 Euro betrogen haben.
Die Masche war perfide: Die beiden Angeklagten sollen einem Rentner per Telefon vorgegaukelt haben, dass sein Enkel ein Medikament in Höhe von 180.000 Euro benötige.
Dafür gab sich einer von ihnen als ein Professor des Chemnitzer Klinikums aus. Nach der Geldübergabe von 30.000 Euro wurde das Handy des Duos getrackt. Zudem hatte sich das Opfer das Kfz-Kennzeichen gemerkt.
Beim Prozessauftakt am Mittwoch am Chemnitzer Amtsgericht wiesen die beiden durch ihre Verteidiger die Anklagepunkte des besonders schweren Betrugs zurück.
So erklärte der Anwalt von Kamil, dass er von einem unbekannten Mann telefonisch angewiesen wurde, das Geldpaket vom Grundstück des Rentners abzuholen und für die Lieferung maximal 1000 Euro zu erhalten.
Wiktorias Rechtsbeistand gab an, dass sie nur in dem Auto mitgefahren sei und keine Ahnung hatte, dass ein älterer Herr um sein Erspartes gebracht werden sollte. Der Prozess gegen die beiden in U-Haft sitzenden Polen wird fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Harry Haertel (2), Bernd Weißbrod/dpa
