Staatsanwaltschaft sicher: Teilnehmer von Corona-Party prügelten Polizisten in Klinik
Chemnitz - Rund 80 Feierwütige machten im Dezember 2021 Party in einer Bar in Annaberg-Buchholz (Erzgebirge). Das Problem: Sie verstießen gegen Corona-Auflagen. Als die Polizei anrückte, rasteten einige der Partygänger aus und verfrachteten einen Beamten ins Krankenhaus. Am Montag startete der Prozess gegen vier Tatverdächtige.
Als die Beamten des Polizeireviers Annaberg-Buchholz in der Nacht zum 19. Dezember 2021 hinter der Bar ankamen, machte der Club-Betreiber laut Staatsanwaltschaft klar, dass dort circa 30 geimpfte Personen einen Geburtstag feierten. Tatsächlich machten dort mitten in der Corona-Pandemie mehr als 80 junge Menschen illegal Party.
Es bildeten sich mehrere Gruppen gegen die Polizisten. Aus einem Pulk heraus soll ein Beamter von einem der Angeklagten - Philip L. (26), Pascal P. (25), Paul B. (25) und Paul B. (27) - zu Fall gebracht und von dem Quartett mit Schlägen und Fußtritten malträtiert worden sein.
Die Folge: Nasenbeinprellung, Blutungen und mehr. Anschließend floh der Beamte und musste ins Krankenhaus sowie in psychologische Behandlung.
Angeklagte schweigen vorerst
Die Angeklagten müssen sich unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Angriff auf Polizeibeamte und Landfriedensbruch verantworten. Beim Prozessauftakt am Chemnitzer Landgericht kündigten die Verteidiger an, dass ihre Mandanten zunächst schweigen werden.
Ursprünglich hatten die Ermittler deutlich mehr Partygäste im Visier. "Das Ermittlungsverfahren gegen 21 Beschuldigte wurde mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt", so Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart (62) auf TAG24-Nachfrage.
Ebenfalls wurde das Verfahren gegen den ehemaligen Clubbetreiber eingestellt. Am Freitag geht der Prozess weiter.
Titelfoto: Bildmontage: LausitzNews.de/Tino Link, Haertelpress (4)