Chemnitz - Diese Aktion war schlüpfrig: Weil sich ihr Mann ständig auf Pornoseiten herumtrieb, sendete Olga G. (55) an seine Verwandten Nacktbilder von ihm. Vor dem Chemnitzer Amtsgericht gab sie am Donnerstag an, aus Verzweiflung gehandelt zu haben.
Bereits in der Vergangenheit soll Olgas Ehemann (54) Nacktbilder und Fotos von seinem Penis ("Dick-Pic") angefertigt und ins Internet gestellt haben. Laut Olga versprach ihr Angetrauter, das künftig sein zu lassen. Doch als er sich 2024 wieder auf Pornoseiten herumgetrieben haben soll, hatte die studierte Theologin genug.
Laut Anklage soll sie im März 2024 das Handy ihres Gatten aus dessen Jacke genommen haben. Von seinem Whatsapp-Account schickte sie ein Nacktfoto von ihm an seine Schwester, sowie ein Foto - mutmaßlich von seinem Penis - an seine Cousine.
Letzteres war versehen mit dem Text: "900 Euro sind bei der Prostituierten geblieben."
Während der Verhandlung kam heraus, dass es sich bei dem Handy tatsächlich um Olgas Mobiltelefon handelte. Die Nacktbilder schickte sie an die Verwandten ihres Mannes, um auf dessen Sucht aufmerksam zu machen.
Während der Geschädigte und seine Schwester von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machten, wurde die Cousine über den Zustand von Olgas Ehemann deutlich: "Er ist krank, er kriegt sein Leben allein nicht mehr in den Griff."
Die Verwandten nahmen es gelassen - alle umarmten beim Herausgehen aus dem Gerichtssaal die Angeklagte. Ende der Penis-Posse: Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage von 300 Euro an einen gemeinnützigen Verein eingestellt.