Drei Jahre nach Angriff auf Chemnitzer Kulturmanager: Gericht sieht kein politisches Motiv

Chemnitz - Diese Tat vor dem Chemnitzer Kulturhauptstadt-Jahr sorgte international für Schlagzeilen: Nach einem Besuch im "Weltecho" am 25. März 2023 war ein Kulturmanager (36) von zwei mutmaßlichen Rechtsextremisten in der Chemnitzer Innenstadt attackiert und krankenhausreif geschlagen worden. Jetzt wurden die beiden wegen Körperverletzung verurteilt. Ein politisches Motiv erkannte die Richterin allerdings nicht.

Das "Weltecho" kritisierte die Einschätzung des Gerichts scharf: "Chemnitz ist kein sicherer Ort".
Das "Weltecho" kritisierte die Einschätzung des Gerichts scharf: "Chemnitz ist kein sicherer Ort".  © Ralph Kunz

Nach einer Veranstaltung im "Weltecho" wurden der 36-Jährige und seine Begleiter von einer siebenköpfigen Gruppe angepöbelt ("Seid ihr Zecken?"). Die Gruppe soll zudem Kleidung mit rechten Symbolen getragen haben.

Zwei Männer griffen den Kulturmanager schließlich in der Bahnhofstraße an und verletzten ihn so schwer, dass er ins Krankenhaus kam.

Erst drei Jahre später wurde der Fall nun im Chemnitzer Amtsgericht verhandelt. Auf der Anklagebank: Pascal Michael H. (25) und Maximilian P. (31).

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Laut Gerichtssprecherin Birgit Feuring (57) wurde Maximilian zu elf Monaten Haft auf Bewährung sowie 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Pascal bekam eine Geldstrafe von 4800 Euro.

Die Angreifer seien zum Zeitpunkt der Tat angetrunken gewesen - ein politisches Motiv erkannte Richterin Alessandra Sacher (38) nicht.

Das "Weltecho" kritisierte diese Einschätzung scharf und teilte als Reaktion auf das Urteil schriftlich mit: "Chemnitz ist kein sicherer Ort."

Titelfoto: Ralph Kunz

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