Autodieb gesteht Taten, die er gar nicht beging

Dresden - In Prozessen erzählen Angeklagte zuweilen "das Blaue vom Himmel", um so wenig Schuld wie möglich auf sich zu laden. Es geht auch andersherum: Zwar gestand Pawel K. (25) zahlreiche Autodiebstähle. Doch das Landgericht Dresden verurteilte den Polen für "nur" eine Tat. Denn den ganzen Rest glaubte die Kammer dem Angeklagten schlicht nicht.

Pawel K. (25, links) mimte bei den Fahndern den "großen Autodieb". Das Gericht glaubte dem Polen aber kein Wort.  © Norbert Neumann

Im August 2025 wurde Pawel zusammen mit Landsmann Krzystof L. (33) von der tschechischen Polizei gefasst. Sie saßen im sogenannten Begleitfahrzeug, als ein weiterer Dieb gerade einen in Pieschen geklauten Renault "überführte". Die Täter kamen in Haft, wurden später nach Sachsen ausgeliefert.

Natürlich vernahm die Soko Kfz vom LKA das Trio. Und da gestand Pawel weitere Diebstähle in Dresden und Umgebung. Tatsächlich verschwanden damals in wenigen Wochen Transporter und ein Wohnmobil für insgesamt 230.000 Euro.

Der Pole erzählte, sein Auftraggeber sei ein Ukrainer. Er selbst habe einen Fahrer gehabt, um an die Tatorte zu kommen, weil er keinen Führerschein besitzt.

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Im Prozess aber kam heraus: Detaillierte Angaben konnte Pawel nur zum Diebstahl des Renault machen. Die Auswertung seines Handys gab keine Hinweise auf weitere Diebstähle her. Auch sonst gab es keine Beweise. Allerdings überführten Blitzerfotos den mit angeklagten Krzystof diverser Taten.

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Krzystof L. (33) muss länger hinter Gitter.  © Norbert Neumann

Ergebnis: Pawel bekam 18 Monate Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Krzystof muss wegen fünf geklauter Fahrzeuge für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Warum Pawel so flunkerte, bleibt sein Geheimnis.

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