Blutige Clan-Keilerei auf der Prager Straße in Dresden: Vier Brüder angeklagt
Dresden - Sie prügelten sich mitten in der Fußgängerzone. An einem ganz normalen Nachmittag gingen die Männer zweier syrischer Familien aufeinander los. Ein Clan sitzt nun auf der Anklagebank im Landgericht Dresden wegen versuchten Totschlags. Die vier Brüder hatten Vater und Sohn des anderen Clans massiv verletzt.
Die Fehde scheint schon länger zu existieren. Es gab bereits wechselseitige Strafverfahren, seither ist Vater Mustafa H. (46) auf die Brüder Nabel (29), Aead (35), Gamil (23) und Emad L. (43) nicht gut zu sprechen.
An jenem Julinachmittag 2024 war er mit seinem Junior Mohamad (20) unterwegs. Im Straßencafé an der Prager Straße trafen die Clans aufeinander.
Ein Wort gab das andere, dann zogen Mustafa und Mohamad je einen "flexiblen Metallschlauch", an dem eine größere Schraube fixiert war, und schlugen auf die vier Brüder ein.
Die wehrten sich. Es gab eine wüste Keilerei - letztlich hatten die vier Brüder mindestens einen Metallschlauch erbeutet und schlugen ihrerseits damit zu. Der Spuk war erst vorbei, als die Polizei kam.
Polizei schneidet aus Handyvideos der Zeugen exakten Tatfilm zusammen
Da lag Mustafa schon bewusstlos am Boden. Der Vater musste ins künstliche Koma versetzt werden, damit seine Kopfverletzung heilt. Auch Junior Mohamad kam in die Klinik.
Passanten hatten die Keilerei aufgenommen, die Polizei schnitt aus allen Videos einen exakten Tatfilm zusammen. Leugnen wäre also zwecklos.
"Ich habe die Schlägerei nicht gewollt und bedaure, dass es zu schweren Verletzungen gekommen ist", sagte denn auch Emad.
Nabel erklärte: "Die Situation eskalierte. Beide Seiten haben sich gegenseitig geschlagen."
Er habe nur seine Brüder schützen wollen. Der Prozess wird fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze (4)

