Bot der "Teufel von Heidenau" Kinderpornos im Netz an? Forensiker spricht vor Gericht
Heidenau/Dresden - Noch immer verhandelt das Landgericht Dresden gegen Daniel H. (55). Der "Teufel von Heidenau" sedierte laut Anklage drei Nachbarskinder (damals 6, 9 und 16) mit Chloroform, um sie sexuell zu missbrauchen. Die widerlichen Taten filmte er. Jetzt ging die Kammer der Frage nach, ob er die Aufnahmen auch noch im Netz anbot.
Dazu sagte ein IT-Forensiker (45) aus, der sämtliche Festplatten, Rechner und Handys des Angeklagten durchforstete. Neben Tatvideos und Fotos entdeckte er 370 zusätzliche Missbrauch-Videos mit einer Abspielzeit von insgesamt 16 Stunden!
Von den "eignen Filmen" gab es demnach oft Standbilder, die zum Teil "nachbearbeitet" waren. So seien Bilder gedreht oder gespiegelt worden.
Und der Experte fand einen Account von Daniel auf einer russischen Plattform, auf der Bilder gespeichert und getauscht werden. Eine Datei trug den Namen eines Opfers. "Das Album wurde allerdings wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen vom Betreiber entfernt", so der Forensiker, der so keinen Zugriff mehr auf die Daten hatte.
Aber: Er fand einschlägige "Kommentare", die offenbar unter den Fotos standen. Diese Wortmeldungen waren im Handy gespeichert. Heißt: "Die Personen, die kommentiert haben, hatten mal Zugriff auf die Fotos", so der Experte, der ergänzte: "Die Beurteilung überlasse ich der Kammer."
Zusätzlich wies der Forensiker nach, dass Daniel 2023 einen Liter Chloroform bestellt, dafür 81 Euro auf ein polnisches Konto überwiesen hatte. Urteil folgt.
Titelfoto: Montage: Steve Schuster, picture alliance/dpa
