Brüder vor Gericht: Sie sollen zwei Polizisten vorm Kraftwerk verprügelt haben

Dresden - Jugendliches Imponiergehabe vor Discos ist so üblich wie banal. Aber so eine Pranzer-Aktion soll im Februar Auslöser für einen versuchten Totschlag gewesen sein. Das Landgericht Dresden verhandelt jetzt gegen zwei irakische Brüder, die sich massiv mit Bereitschaftspolizisten geprügelt haben sollen.

Die Brüder Hussein (19, l.) und Sajad A. (20) müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Totschlag vor dem Landgericht verantworten.
Die Brüder Hussein (19, l.) und Sajad A. (20) müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Totschlag vor dem Landgericht verantworten.  © Holm Helis

Laut Polizeibericht fuhren Hussein (19) und Sajad (20) seinerzeit mit heulendem Motor ihres BMW am Kraftwerk Mitte vor.

Zwei Bereitschaftspolizisten (33 und 32) aus Berlin, die nach ihrem Demo-Einsatz in Dresden zivil im Club waren, sollen die Jugendlichen zur Rede gestellt haben. Doch die Situation eskalierte.

Laut Anklage, die nun vor der Jugendkammer verhandelt wird, schlug Sajad einen der Männer mit einem Gürtel, Hussein biss das Opfer. Der zweite Beamte, der schlichten wollte, wurde zu Boden geprügelt, wo er bewusstlos liegen blieb.

Und in dem Moment habe Sajad mit voller Wucht gegen dessen Kopf getreten und so "dessen möglichen Tod billigend in Kauf genommen".

Die Lage muss derart unübersichtlich gewesen sein, dass anfangs Hussein in Haft war. Sajad kam letztlich "erst" im Juni in U-Haft.

Vor dem Kraftwerk Mitte kam es zu einer folgenschweren Schlägerei.
Vor dem Kraftwerk Mitte kam es zu einer folgenschweren Schlägerei.  © Thomas Türpe

Zehn Verhandlungstage hat die Kammer angesetzt, um Licht ins Dunkel zu bringen. Die Bereitschaftspolizisten sollen im Februar gehört werden.

Titelfoto: Holm Helis

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