Clan-Krieg auf der Prager Straße: Vier Brüder müssen alle in den Knast
Dresden - Blutiger Clan-Krieg in der City! Vier syrische Brüder gingen mitten in Dresden auf Vater und Sohn einer anderen Familie los, verletzten beide schwer, einen davon sogar lebensgefährlich.
Nun schickte das Landgericht Dresden die Angreifer für Jahre hinter Gitter und verurteilte die rabiaten Geschwister wegen versuchten Totschlages. Dazu gab es klare Worte vom Richter für die Täter.
Laut Gericht feierten die Brüder Nabel L. (30), Aead L. (35), Gamil L. (24) und Emad L. (43) im Juli 2024 im Außenbereich eines Cafes an der Prager Straße, dass Nabel gut 14 Tage vorher aus der Haft entlassen worden war.
Er hatte drei Jahre für ein Urteil aus Bayern gesessen. Im Cafe waren auch Mustafa H. und sein Sohn Mohamad (20). "Der Vater beschwerte sich, dass es die Brüder so laut waren", so der Chef-Richter Herbert Pröls. Dann gab ein Wort das andere, Beleidigungen flogen, keiner gab nach.
"Aus dieser Lappalie entwickelte sich eine Gewaltorgie von über vier Minuten", so der Richter. "Die Motivation war: Hier geht keiner von uns als Verlierer vom Platz."
Mustafa und Mohamad hatten einen alten und einen gerade gekauften, neuen Sanitärschlauch bei sich. Im Laufe des Gerangels wurden ihnen diese Schläuche entrissen.
"Zwar gehen die Schilderungen auseinander, aber dank des Videomaterials, weil Passanten die Szenen filmten, ist die Auseinandersetzung eindeutig zu sehen", so Pröls. Demnach umzingelten die Brüder Mustafa, schlugen ihn zu Boden, traten und prügelten. Auch der Sohn wurde attackiert. Dabei kamen die "Metallschläuche" zum Einsatz. "Allein die Akustik geht einen durch Mark und Bein", so der Richter.
Alle Brüder müssen in den Knast
Noch in Handynachrichten prahlten die Täter später: "Wir haben angegriffen." Herbert Pröls: "So einen Gewaltausbruch, noch dazu an so einem öffentlichen Platz, kann nicht geduldet werden." Es gehe um Generalprävention.
"Das Sicherheitsgefühl der Allgemeinheit wurde massiv gestört." Die Brüder hätten das "Risiko eines tödlichen Ausgangs bewusst hingenommen". Die Opfer kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. Mohamad wurde sogar ins künstliche Koma versetzt.
Dafür müssen die Brüder jetzt in Haft: Emad, der als Ältester sozusagen Wortführer in der Keilerei war, muss sechs Jahre hinter Gitter. Nabel, der gerade entlassen worden war, fährt nun erneut fünf Jahre und neun Monate ein. Die beiden anderen Brüder Aead und Gamil müssen für jeweils vier Jahre und acht Monate ins Gefängnis.
Der Richter verwahrte sich gegen den Vorwurf der Verteidiger, einen politischen Prozess abgehalten zu haben. Im Gegenteil: "Das völlige Ausblenden des rechtsstaatlichen Systems ist schlicht nicht hinnehmbar", so der Jurist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Titelfoto: Montage: Roland Halkasch, Peter Schulze

