Messerangriff auf John Rudat in Straßenbahn: Wollte Täter ihn dauerhaft entstellen?

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Dresden - Der Fall machte weltweit Schlagzeilen: Im August 2025 griff John Rudat (21) in der Straßenbahn ein, als eine Frau belästigt wurde. Daraufhin wurde der Amerikaner angegriffen, mit einem Cuttermesser an der Nase schwer verletzt. Seit Donnerstag ist am Landgericht Dresden Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Täter, Majd A. (22) und Ismail A. (21). In vier Verhandlungstagen sollen noch zehn weitere Taten der beiden Syrer verhandelt werden.

Haupttäter Ismail A. (21) schnitt John Rudat mit einem Cuttermesser ins Gesicht. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.
Haupttäter Ismail A. (21) schnitt John Rudat mit einem Cuttermesser ins Gesicht. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.  © Steve Schuster

Laut Anklage kam es in jener Nacht in der Linie 7 zur Auseinandersetzung. Als Majd aggressiv auf seine Freundin losging, habe der Rettungssanitäter aus Amerika ihr helfen wollen.

Rudat sagte damals zu TAG24, Majd habe die Frau "belästigt, angefasst und lautstark angemacht". John ging dazwischen, hielt Majd auf Abstand. Etwa 15 Sekunden dauerte laut Anklage die Schlägerei.

Dann kam plötzlich Ismail, Freund von Majd, dazu. Er attackierte John mit einem Cuttermesser, zerschnitt dem Männer-Model das Gesicht. Dabei wurde ihm beinahe die Nase abgetrennt. John kam ins Krankenhaus, wurde operiert, trägt nun Narben im Gesicht. Laut Oberstaatsanwalt wollte der Angreifer den Amerikaner nicht töten, aber "auf Dauer entstellen".

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Während Ismail untertauchte, wurde Majd zwar sofort geschnappt, kam aber kurzzeitig wieder frei. Sein Kumpel stellte sich freiwillig, nachdem die Polizei öffentlich nach ihm gefahndet hatte. Seit Ende August sitzen beide in U-Haft. Majd gestand teilweise, sein Freund schweigt.

John Rudat (21) verlor bei dem Angriff in der Linie 7 beinahe seine Nase.
John Rudat (21) verlor bei dem Angriff in der Linie 7 beinahe seine Nase.  © Steffen Füssel

Angriff auf John Rudat: Majd A. und Ismail A. sind beide vorbestraft

Auch Majd A. (21) steht vor Gericht.
Auch Majd A. (21) steht vor Gericht.  © Steve Schuster

Sie sind der Justiz bekannt: So ist Majd wegen illegaler Einreise, beide wegen Diebstahls vorbestraft. Die Große Jugendkammer, bei der seit Donnerstag der Prozess läuft, behandelt noch zehn weitere Vorwürfe gegen das Duo.

So wurden beide oft am "Brennpunkt" Wiener Platz angetroffen. Mal beim Drogenverkauf, mal bei Schlägereien. Einmal wurden beide dort auf einem E-Scooter angetroffen, wobei Majd in der Unterhose Marihuana dabei hatte.

Er soll außerdem einem Opfer (17) rabiat 35 Euro abgeknöpft haben. Und besagte Freundin bespuckte und ohrfeigte er demnach schon Monate vor der "Straßenbahntat" auf offener Straße. Reinigungskraft Ismail soll im Streit in der Huschhalle mit Reizgas gesprüht haben.

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Am Donnerstag will die Kammer Polizisten und Zeugen aus der Straßenbahn hören. Darunter die Frau, die John verteidigte. Der Amerikaner aus Albany (Bundesstaat New York) ist auf einen späteren Zeitpunkt geladen, soll aber ebenfalls noch vor Gericht aussagen. Ein Urteil ist vorerst für Anfang Mai geplant.

Übrigens: Auch eine andere Strafkammer im Landgericht ist mit Majd "beschäftigt". In dem Fall ist er das Opfer. Angeklagt ist ein Tunesier, der den Syrer am Wiener Platz mit einem Messer am Oberarm verletzt wurde. Laut TAG24-Informationen ging es dabei ebenfalls um besagte Freundin.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, Steve Schuster (2)

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