Er zockte gutgläubige Omas ab: Jetzt bekommt Dominik am Geburtstag seine Strafe

Dresden - Wer skrupellos die Schwächsten ausplündert, kann keine große Gnade erwarten: Das musste am Freitag ausgerechnet an seinem Geburtstag Dominik Z. (21) erfahren. Zweimal hatte er nach sogenannten Schockanrufen bei Rentnern deren Ersparnisse abgeholt und muss dafür jetzt hinter Gitter.

Für Dominik Z. (21) ist es nicht die erste Haft.  © Peter Schulze

Sie kann sich nicht mehr an alles erinnern, muss gestützt werden. Und doch weiß Ruth M. (88) noch genau, was das mit ihr gemacht hat: "Ich war mit meinen Nerven am Ende, fix und fertig", sagte sie vorm Dresdner Amtsgericht.

Kurz nachdem ihr Sohn am 23. April bei ihr zu Besuch war, bekam sie einen Anruf von einem angeblichen Polizisten: Ihr Sohn habe jemanden totgefahren, sie müsse 10.000 Euro Kaution hinterlegen, damit er aus der Untersuchungshaft kommt.

Doch die ehemalige Krankenschwester hatte nur 8000 Euro und ein paar Münzen. "Ich hatte wie einen Blackout", so die Rentnerin. Alles holte Dominik Z. ab, fuhr mit dem Zug nach Berlin und gab es dort in einem Steakhaus ab.

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Sechs Tage später holte er noch mal 21.000 Euro bei Rita O. (84) in einem Seniorenheim in Hildesheim ab.

"Ich wurde angequatscht, ob ich nicht Lust hätte, ein bisschen Geld zu verdienen", sagt Dominik Z. "Ich dachte, das wäre Schwarzarbeit auf dem Bau."

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Betrügerbanden zocken ältere Menschen seit Jahren um Millionen ab.  © picture alliance/dpa

Dominik saß bereits im Gefängnis

Per Handy wurde er dann zu den Opfern gelotst, merkte, worum es wirklich ging, wollte angeblich abbrechen, wurde aber unter Druck gesetzt. Dagegen spricht, dass er Freunden vorschwärmte, wie einfach man so Geld verdienen könnte.

"Ich kann nur sagen, dass das Scheiße von mir war", gesteht er. Da er schon zweimal für jeweils ein Jahr in Haft saß, verurteilte ihn das Gericht trotz Jugendstrafrechts zu zwei Jahren und drei Monaten Haft.

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