Dresden - Seit Freitag läuft der Prozess gegen die "Sächsischen Separatisten": Die acht jungen Männer sollen eine bewaffnete Loslösung von Landesteilen, die Errichtung eines nationalsozialistischen Staates und ethnische Säuberungen geplant haben. Dabei spielte auch das FBI, die amerikanische Bundespolizei, eine wichtige Rolle.
Hinweise aus den USA brachten nämlich die Razzien gegen die Gruppe erst in Gang. Unwissentlich hatte sich der mutmaßliche Rädelsführer der Angeklagten, Jörg S. (24), über längere Zeit mit einem verdeckten US-Ermittler unterhalten.
Dieser soll sich laut Verteidigung als Milizen-Führer vorgestellt und schließlich angeboten haben, ein Häuserkampf-Training bei Brandis durchzuführen.
Dass dieses Training am 17. August 2024 auf dem verlassenen Flugplatz Brandis-Waldpolenz auch tatsächlich stattfand, bestreiten weder Bundesanwaltschaft noch die Verteidigung von Jörg S., die jedoch behauptet, der US-Agent habe die jungen Männer erst dazu angestiftet.
Die Bundesanwaltschaft kommentiert die Roller des Ermittlers nicht, will der Verhandlung nicht vorweggreifen. Doch es blieb wohl auf US-Seite nicht nur bei Nachrichten aus der Ferne: Der Agent soll vor Ort gewesen sein, das Training geleitet und dabei mit einem versteckten Mikro die jungen Männer abgehört haben.
Die Aufnahmen sollen im Laufe des Prozesses abgespielt werden. Zudem gibt es auch eine übersetzte Abschrift. Dass der Agent selbst als Zeuge aussagt, ist eher unwahrscheinlich.