Waffe gebastelt und benutzt, jetzt droht die Abschiebung
Dresden - Das hätte heftig ausgehen können. Mit zwei Rasierklingen, befestigt an einem Plastikrohr, baute sich Giorgi T. (30) eine Waffe. Damit prügelte der Georgier im Januar auf den Syrer Ali M. (22) ein. Zum Glück erlitt das Opfer nur leichte Schnittverletzungen. Wegen schwerer Körperverletzung wurde Giorgi vom Amtsrichter in Dresden aber dennoch verurteilt.
Im sogenannten "Landesausreisezentrum" an der Stauffenbergallee waren die Männer aneinandergeraten. Giorgi behauptete, Ali hätte nachts herumgebrüllt, ihn beklaut. Er habe sich aus Angst die Waffe gebastelt. Als es wieder Knatsch gab, habe er sich verteidigen wollen.
Ali dagegen erklärte, er habe nachmittags auf seinem Bett gesessen, als der Georgier brüllend ins Zimmer gestürmt sei.
"Er schlug auf mich ein. Das Messer habe ich anfangs gar nicht gesehen", so das Opfer, das außerdem Faustschläge und Kopfnüsse abbekam. Andere Bewohner riefen den Sicherheitsdienst, Giorgi saß seither in U-Haft.
Im Prozess sagte er: "Tut mir leid. Ich bin eigentlich Krankenpfleger, wollte niemanden verletzen." Der Richter war überzeugt, dass Ali "keinerlei Anlass für den Angriff" hatte.
Dass es keine schweren Verletzungen gab, sei nur dem Umstand geschuldet, dass die Klingen nicht fest genug montiert waren. Giorgi bekam acht Monate Haft. Da er ausreisepflichtig ist, könnte er direkt aus der Haft abgeschoben werden.
Titelfoto: Peter Schulze
