Dresden - Sie organisierten Konten, damit Betrüger fast eine Million Euro von ahnungslosen Opfern abzocken konnten. Das Landgericht Dresden verurteilte jetzt drei Männer und eine Frau aus Nigeria, weil sie sogenannten Love-Scammern halfen.
Demnach eröffneten Hamsik E. (24), Precious O. (25), Ayomide N. (25) und Sylvester E. (27) für fiese Betrüger Konten.
Dreiste Love-Scammer kontaktieren meist Frauen, erschleichen sich deren Vertrauen als angebliche US-Militärs oder Ärzte im Ausland. Die Opfer überweisen ihren "Liebsten" jede Menge Geld. Das ging auf die Konten der Angeklagten, die zehn Prozent Provision kassierten, den Rest an die Bande weiterleiteten.
Die Opfer aus Deutschland und Europa gaben ihr Erspartes her, nahmen Kredite auf. Laut Anklage verkaufte eine Schwedin sogar ihr Haus! "Wir haben hier Zeugen gehört, die erst im Prozess begriffen, dass sie Opfer solcher Love-Scammer wurden", so der Richter.
Hamsik muss nun drei Jahre und acht Monate in Haft, Sylvester drei Jahre und sechs Monate. Aus formalen Gründen bekamen Ayomide und Precious mehrere Einzelstrafen, die später zusammengezogen werden sollen. Derzeit müsste er über fünf Jahre, Precious gar über sieben Jahre absitzen. Prompt beschwerte sich die Verurteilte lautstark.
Doch sie hatte noch im Prozesses über weinende Opfer im Zeugenstand gelacht. Das wertete die Kammer strafverschärfend! Der Richter zur Verurteilten: "Sie haben ihren Spitznamen 'Gangster-Doll' nicht von ungefähr!"
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.