Geldwäsche mit angeblichem "Golddepot": Dagobert (85) verurteilt - und trotzdem frei

Dresden - Er ging 85 Jahre straffrei durchs Leben. Jetzt wurde Dagobert K. (85) wegen Geldwäsche zu zehn Monaten Haft verurteilt. Immerhin: Die Amtsrichterin setzte die Strafe gegen den "Onkel Dagobert von Dresden" zur Bewährung aus.

Dagobert K. (85) wurde am Mittwoch verurteilt.
Dagobert K. (85) wurde am Mittwoch verurteilt.  © Peter Schulze

Felsenfest ist der Senior überzeugt, ein Golddepot in Ghana zu besitzen. Wie berichtet, erklärte er im Gericht, eine Dame habe ihn angeschrieben. Ihr Vater hätte viel Gold vererbt, sie bräuchte einen "seriösen" Menschen, der ihr beim Vertrieb hilft. Im Gegenzug bekam er Anteile. Dagobert stieg ins Geschäft ein. Allen Warnungen zum Trotz.

Mehr noch, er stellte diesen und anderen „Geschäftspartnern“ sein Konto zur Verfügung, leitete eingehende Gelder unter anderem nach Ghana weiter.

Sogar noch, als die Polizei ihn warnte, dass die Kohle aus betrügerischen Geschäften stammt und er sich strafbar macht. "Es hätte sich Ihnen aufdrängen müssen, dass da was nicht koscher ist", tadelte die Richterin. Denn so hat Dagobert Mitschuld am Schaden von 73.500 Euro.

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Ob seines hohen Alters und der Tatsache, dass Dagobert bisher straffrei lebte, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. "Sehen Sie endlich ein, dass Sie aufs falsche Pferd gesetzt haben", gab ihm die Richterin noch mit auf den Weg.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig.

Titelfoto: Peter Schulze

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