Vorwürfe nach "Einzelunterricht": Hat dieser Kanu-Lehrer seine Schützlinge vergewaltigt?
Dresden - Peter* und Daniel* (heute 17 und 16) waren seiner Kamera und ihm schutzlos ausgeliefert: Kanu-Trainer Frank R. (57) soll während der Pandemie und darüber hinaus "Einzelunterricht" bei sich zu Hause gegeben haben. Doch hinter dem Kirschbaum taten sich Abgründe auf. Der Ingenieur soll beide mehrfach vergewaltigt, dabei gefilmt und im Anschluss Geld angeboten haben. So die am Donnerstag verlesene Anklage vorm Dresdner Landgericht.
Demnach arbeitete er seit 2018 als Trainer beim Coswiger Kanu-Verein. Und noch länger war der 57-Jährige ein Freund von Peters Familie.
Entsprechend schwer wiegt das, was der Staatsanwalt verlas: Seit 2020 soll er mit Peter geduscht, ihn geküsst und mit ihm nicht nur oral verkehrt haben. Dabei habe er ihn gefilmt, dem Jugendlichen sogar Gold für den "Beischlaf" geboten.
Frank nutzte demnach gern verlorene Kanu-Wettkämpfe, um sich an den damals Zwölfjährigen ranzumachen.
Auch Daniel fiel ihm demnach mehrfach zum Opfer. Und das sogar im Kanuheim. 262 Kinder- und 57 Jugendpornos fanden die Ermittler auf Festplatten.
Ungelöscht und so widerlich beschriftet, dass der Staatsanwalt die Dateinamen nicht vorlesen wollte.
Die Ankläger werfen ihm schweren sexuellen Missbrauch, Besitz und Herstellung von Kinderpornos und noch mehr vor.
Kanu-Trainer Frank R. drohen fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe
Da beide Opfer nach wie vor minderjährig sind, fand die Hauptverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Im vorangegangenen Rechtsgespräch wurden bis zu fünf Jahre Haft, Therapie, Zahlungen à 7500 Euro in Aussicht gestellt.
Der Angeklagte war sich nicht zu schade, mehrfach loszuschluchzen. Die Verhandlung wird fortgesetzt.
* Namen von der Redaktion geändert.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze

