Dresden - Mitten in der Nacht krachte es auf der Hohen Straße in Dresden: Finn B. (19) steuerte am ausklingenden Männertag einen geliehenen E-Roller - in das Heck eines geparkten Renault. Ein Getränke-Unfall, wie sich vorm Amtsgericht herausstellte. Denn der Industriemechaniker hatte 1,3 Promille intus. Der sympathische Teenie kam mit einer Verwarnung davon.
"Es war halt Männertag ...", sagte Finn vorm Amtsrichter. Bier, "sonst nichts weiter", mit Freunden am Blauen Wunder habe er getrunken. Kurz vor Mitternacht hatte er genug. Doch ein Bus um diese Uhrzeit? Angeblich Fehlanzeige.
Also der Griff zur "Lime"-App und dem dazugehörigen Leih-Roller. Kurz vorm Ziel, der Wohnung einer Freundin, bog ein Streifenwagen in die Straße ein.
In seiner Erinnerung habe Finn nach Aufforderung der Polizisten versucht, den Roller auf den Gehweg zu bugsieren, kam versehentlich an den Gas-Hebel - und das fast 23 Kilo schwere Gefährt sei von allein in den Renault geschossen.
Doch der geladene Polizist schüttelte den Kopf: "Er hat den Roller erst 'abgestellt' und kam dann schon mit dem Satz 'Fuck, das war jetzt keine Absicht' auf uns zu." Ein frühes Schuldeingeständnis? "Er fragte, ob wir ein Ladekabel im Auto hätten, weil sein Handyakku leer sei."
Bei den vielen Prozessen müsse man sich fast freuen, "wenn Heranwachsende einen ganz normalen Lebensweg haben", resümierte die Staatsanwältin. Gegen Zahlung von 300 Euro an den Kinderschutzbund wurde das Verfahren eingestellt.