Haft-Nachschlag: Dealer vergisst Drogen in der Linie 7

Dresden - In Bussen und Bahnen wird allerlei vergessen. Mützen, Schirme und vor allem Handys bleiben in den "Öffis" liegen, landen im Fundbüro. Christian B. (45) war auch so ein "Schussel". Allerdings verbummelte der Kfz-Mechaniker 200 Gramm Cannabis in der Linie 7! Nun saß er deshalb auch noch auf der Anklagebank im Landgericht Dresden.

Christian B. (45) kassierte nun Haftaufschlag im Landgericht Dresden.
Christian B. (45) kassierte nun Haftaufschlag im Landgericht Dresden.  © Peter Schulze

Das Cannabis hatte er von einem Großdealer in Cotta auf Kommission für 1200 Euro bekommen. In der Innenstadt wollte Christian die zwei Platten verkaufen.

"Sie waren in einer McDonald's-Tüte. Die stand auf dem Sitz neben mir", erzählte Christian, der seit Jahren selbst konsumiert: "Drogen machen mich ruhig." Offenbar zu ruhig. Als er an der Walpurgisstraße ausstieg, ließ er die Tüte stehen!

Wo der Stoff abblieb, ist unklar. "Wenn die Fahrer beim Kontrollgang Lebensmitteltüten finden, werden die direkt entsorgt", so DVB-Sprecher Falk Lösch (61). "Ein Drogenfund ist uns nicht bekannt."

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Die Geschichte kam wirklich nur ans Licht, weil Christian sie den Fahndern erzählte. Als er gefasst wurde, weil er Einbrüche und Diebstähle beging, machte er reinen Tisch, erzählte auch von seinen Drogengeschäften.

Er hatte einige Male für besagten Großhändler verkauft. Am Ende, um die Schulden für das verschusselte Cannabis abzubauen.

In der Linie 7 ließ der Dealer seine Drogen liegen.
In der Linie 7 ließ der Dealer seine Drogen liegen.  © Peter Schulze

Wegen der Einbrüche sitzt Christian B. gerade dreieinhalb Jahre ab. Jetzt gab es wegen der Drogen "Nachschlag". Er muss nun drei Monate länger sitzen. Übrigens: Der algerische Großdealer hat zwar auch eine Anklage bei Gericht liegen, wurde aber inzwischen abgeschoben.

Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze

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