Dresden - Jahrelang stritt Leonid G. mit der Stadt um seinen Traum vom Handel mit Raubkatzen. Gerade hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht die Stadt Dresden zurückgepfiffen. Nun spricht der Dresdner erstmals ausführlich über seine Pläne – und legt TAG24 Akten vor, die neue Fragen zum Vorgehen des Veterinäramts aufwerfen.
G. will anonym bleiben. Sein Anliegen: Manche Zoos hätten Jungtiere, die nicht vom Muttertier aufgezogen werden, schlechte Chancen in den Zuchtprogrammen hätten. Er habe geeignete Halter außerhalb dieser Verbände suchen wollen.
Brisant: Schon 2024 bat ein Dresdner Amtstierarzt um eine bundesweite Abfrage bei der zuständigen Landesdirektion. Für das Dresdner Verfahren wäre es "schädlich", wenn andere Veterinärbehörden dessen Anträge bearbeiteten.
In einer weiteren internen Nachricht heißt es, G. übe "zunehmend Druck" aus. Weil sein Anwalt Akteneinsicht forderte und Klagen ankündigte. Der Amtsarzt fühlte sich von diesem juristischen Vorgehen eingeschüchtert.
Eine Amtsleiterin hielt den zuständigen Amtsarzt schon 2025 für parteiisch. Trotzdem war der bis Mai '26 noch mit Leonids Fall beschäftigt. Ein Kontakt zum Zoo Dresden brach nach einem Gespräch mit der Behörde ab. Ein bereits geplantes Praktikum sowie Unterstützung bei Leonids Ausbildung wurden gestrichen.
Was bei dem Gespräch gesagt wurde, ist nicht dokumentiert. TAG24 hat die Stadt mit den neuen Aktenfunden konfrontiert. Eine Antwort lag am Sonntag bis Redaktionsschluss nicht vor.