Urteil gibt ihm neue Hoffnung: Dresdner will mit Raubkatzen handeln
Dresden/Bautzen - Erst vor einigen Wochen sorgte eine Tiger-Haltung bei Leipzig für Entsetzen: Ein Tier brach aus, verletzte einen 72-Jährigen tödlich und wurde schließlich von der Polizei erschossen. Wenig später wurden sechs Tiger aus der Privathaltung geholt. Jetzt sorgt ausgerechnet ein Rechtsstreit um den Handel mit Raubkatzen in Dresden für neuen Zündstoff.
Der Dresdner Leonid G. will gewerbsmäßig Raubkatzen vermitteln und teilweise selbst mit ihnen handeln. Die Tiere sollen dabei direkt vom bisherigen Halter zum Käufer gelangen.
Laut Gerichtsunterlagen beantragte G. ursprünglich eine Genehmigung für bis zu 1000 Katzen pro Jahr, Hauskatzen ausgenommen. Die Stadt Dresden lehnte ab, G. zog vor Gericht.
Jetzt erzielte er vor dem Sächsischen Oberverwaltungsgericht einen wichtigen Erfolg: Die Stadt muss seinen Antrag komplett neu prüfen. Beim bisherigen Verfahren lief nach Ansicht der Richter einiges schief.
G. wurde in einem mehr als vierstündigen Fachgespräch geprüft - zu umfangreich, so das OVG. Auch komplizierte Fragen zum Artenschutz gingen teilweise deutlich zu weit.
Lehnten Behörden Raubkatzen-Handel aus falschen Gründen ab?
Besonders brisant sind interne E-Mails aus dem Rathaus. Darin wurde G. unter anderem als "Ganove" bezeichnet. Ein Mitarbeiter suchte offenbar nach anderen Möglichkeiten, sein Vorhaben abzulehnen. Das OVG attestiert fehlende professionelle Distanz.
Auch grundsätzlich setzt das Gericht der Stadt Dresden Grenzen: Ein legales Geschäftsmodell dürfe nicht allein deshalb verhindert werden, weil die Behörde es ablehnt.
Der Vorwurf, G. gehe es um Profit, verfange nicht. Gewinn-Erzielung gehöre zum Wesen eines Gewerbes.
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