John Rudat zurück in Dresden: Vor Gericht packt er aus, seine Peiniger plagen Reue

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Dresden - Der Held der Linie 7, nun Schlüsselfigur vorm Landgericht: John Rudat (21) schritt ein, als Majd A. (22) seine Freundin geschlagen haben soll. Dafür zog ihm Landsmann Ismail A. (21) ein Messer dreifach durchs Gesicht, heißt es in der Anklage gegen die beiden Syrer. Das Amtsgericht ließ nun den Zeugen und Nebenkläger Rudat aus den USA einfliegen.

John Rudat (21) hat am Mittwoch vor dem Amtsgericht Dresden ausgesagt.
John Rudat (21) hat am Mittwoch vor dem Amtsgericht Dresden ausgesagt.  © Ove Landgraf

"Ich stand für das Richtige ein, die Narbe fühlt sich wie ein Symbol dafür an", so Rudat, der sich gegen eine Schönheits-OP entschied, wie er am Mittwoch vor Gericht verriet.

Seit John sechs Jahre alt ist, übte er sich in verschiedenen Kampfsportarten. "Wenn keine Waffen involviert gewesen wären, hätte ich die Situation unter Kontrolle gehabt", gab er sich selbstbewusst. Doch bekanntlich eskalierte diese Situation.

Ende August stieg John mit zwei Freunden in die Straßenbahn-Linie 7 Richtung Studentenclub. Wie die attackierte Lisa (18, Name geändert) bereits aussagte, setzte sie sich nach Streit mit Majd in dieser Bahn um - und in den Rücken von Rudat. Doch ihr "Freund" kam brüllend hinterher.

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"Ich stand auf und fragte, was los ist, weil es doch gewalttägig aussah", so John, dessen Aussagen übersetzt wurden. "It's okay", soll Lisa mit ängstlicher Stimme gesagt haben. Majd ging - und kam zurück.

Es vergehen nur Sekunden, da spritzt John das Blut aus dem Gesicht, wie aus gezeigten Videoaufnahmen hervorgeht.

Ismail A. (21) wurde wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.
Ismail A. (21) wurde wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.  © Ove Landgraf

Angeklagte waren high und betrunken: "Keine Entschuldigung, aber vielleicht eine Erklärung"

Der Angeklagte Majd A. (22) soll in der Bahn mit seiner Freundin gestritten haben. Als Rudat einschritt, eskalierte die Situation.
Der Angeklagte Majd A. (22) soll in der Bahn mit seiner Freundin gestritten haben. Als Rudat einschritt, eskalierte die Situation.  © Ove Landgraf

Nach kurzer Prügelei zwischen John und Mahd zog der bis dahin unbeteiligte Ismail John blitzschnell ein Cuttermesser durchs Gesicht.

Der ausgebildete Rettungssanitäter ist überzeugt, dass Ismail seine Halsschlagader treffen wollte. Stattdessen spaltete er "nur" Johns Lippe und Nase, ein paar Millimeter tiefer und Rudat wäre halbblind.

Beide Syrer ließen am Mittwoch ausrichten, dass es ihnen leidtut. Beide seien stark betrunken oder high gewesen.

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"Drogen sind keine Entschuldigung, aber vielleicht eine Erklärung", so Messerstecher Ismail. John nahm das nickend zur Kenntnis.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Bildmontage: Ove Landgraf

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