Dresden - Kein neues Urteil für die Brandstifterin! Das Landgericht Dresden stellte jetzt ein weiteres Verfahren gegen Sandra S. (39) ein. In Haft bleibt sie dennoch.
Der Reihe nach: Im Januar 2024 bekam die Kassiererin mit dem Alkoholproblem am Landgericht sechs Jahre Haft. Zwischen 2020 und 2022 hatte Sandra mehrfach in Coswig und Meißen gezündelt, teils mehrfach pro Nacht.
Schon während der Ermittlungen dazu wurde klar: Sandra zinkt andere an! Wurde sie von der Polizei vor Ort angetroffen, beschuldigte sie Freunde und Bekannte der Tat, gab diese Lügen auch noch im Revier zu Protokoll.
"Das hatte erhebliche Konsequenzen", so der Staatsanwalt, der Sandra nun wegen siebenfacher falscher Verdächtigungen anklagte.
"Es gab Ermittlungen und Durchsuchungen. Für die zu Unrecht Beschuldigten massive Grundrechtseinschnitte." Er forderte daher in einem neuen Prozess ein zusätzliches Jahr Haft für Sandra.
Die Strafkammer sah das anders: Laut Rechtsprechung hätten die Vorwürfe bereits im ersten Prozess mit angeklagt und abgeurteilt werden müssen. Die neue Anklage unterliege dem sogenannten Strafklageverbrauch. "Daher stellen wir das Verfahren ein", so die Vorsitzende Richterin. Die sechs Jahre muss Sandra dennoch weiter absitzen.