Senioren übel abgezockt? Vertreter kassierte mutmaßlich Provisionen ohne Versicherung

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Dresden - Vom hochgelobten Mitarbeiter zum Betrüger: Am Landgericht Dresden begann der Prozess gegen Hans-Georg S. (61). Der Versicherungs-Vertreter zockte laut Anklage mehr als 50 Senioren ab, verursachte einen Schaden von über 50.000 Euro.

Hans-Georg S. (61) war ein geschätzter Versicherungsvertreter. Allerdings zockte er dabei laut Anklage Senioren ab.
Hans-Georg S. (61) war ein geschätzter Versicherungsvertreter. Allerdings zockte er dabei laut Anklage Senioren ab.  © Peter Schulze

Jahrelang verkaufte Hans-Georg Versicherungen, bekam bis zu 10.000 Euro Provision pro Monat von der Generalvertretung dafür. Doch bei Besuchen der Bestandskunden schwatzte Hans-Georg den hochbetagten, teils inzwischen verstorben Senioren zusätzlich je 1000 Euro Provision ab.

"Er trat wohl sowohl charmant und wortgewandt als auch einschüchternd auf", berichtete der Polizist (32), der sämtliche Opfer in Ostsachsen und Südbrandenburg ausfindig machte. "Ich hatte das Gefühl, sie wussten nicht, was da neu abgeschlossen wurde und aus den alten Akten herausgerissen wurde."

Hans-Georg, der die Taten gestand, flog auf, als eine Rentnerin eine 1000-Euro-Abbuchung vom Konto beanstandete.

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Zwar war es zu spät für eine Rückbuchung. Aber die Bank stellte fest, dass der Überweisungsträger nicht von der Rentnerin unterschrieben war und forschte nach: Auf dem Konto des Vertreters fielen erstaunlich viele 1000-Euro-Provisionen im Eingang auf. Die Bank wandte sich an die Polizei - die Ermittlungen nahmen ihren Lauf.

Provisionen von 1000 Euro knöpfte der mehrfach vorbestrafte Lausitzer seinen Opfern ab. (Symbolfoto)
Provisionen von 1000 Euro knöpfte der mehrfach vorbestrafte Lausitzer seinen Opfern ab. (Symbolfoto)  © 123RF

Die Versicherung kündigte Hans-Georg daraufhin fristlos. Schweren Herzens, da er ein "starker Verkäufer" war, wie sein Chef im Gericht erklärte. Dass sein hervorragender Mitarbeiter wegen Betrugs vorbestraft war (dreieinhalb Jahre), erfuhr der Chef erst im Prozess. Hans-Georg hat inzwischen 33 Opfern ihr Geld zurückgezahlt. Urteil folgt.

Titelfoto: Montage: Peter Schulze, 123RF

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