Dresden - "Ich bin Bastler. Ich wollte wissen, ob ich das kann", erklärte Marcin D. (53) im Amtsgericht Dresden. Doch diese "Bastelleidenschaft" brachte den Stuckateur aus Radebeul auf die Anklagebank. Wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz! Der Deutsch-Pole hatte Waffen gebaut. Drei Knarren verkaufte er dann aber an einen verdeckten Ermittler.
Im Keller eines Mehrfamilienhauses werkelte Marcin an Maschinengewehren, Karabinern und Langwaffen. "Ich wollte meine Familie schützen", so der Angeklagte.
"Seit dem Ukrainekrieg sind die polnischen Medien voll davon. Wir sollen uns vorbereiten. Alle haben Angst, der Krieg greift über", so der Familienvater, der sich Baupläne aus dem Netz und Teile im Ausland besorgte, aber auch Schrott verarbeitete. "Ausprobiert ich habe die Waffen aber nie", beteuerte er.
Ein polnischer Freund habe ihm ermuntert, die Waffen zu verkaufen und einen Kontakt zu möglichen Kunden in Polen gemacht. Marcin war das aber suspekt. "Ich wollte dann doch nicht verkaufen, wurde aber unter Druck gesetzt."
Und so kam es, dass er über den polnischen Mittelsmann an einen deutschen Kunden kam, der ihm drei Waffen auf dem Parkplatz im Elbepark für 5300 Euro abkaufte.
Amtsgericht Dresden: Waffenbauer kommt mit Bewährung davon
Was Marcin nicht wusste: Die polnischen Ermittler hatten von den Waffen "Made in Radebeul" Wind bekommen, die hiesigen Fahnder informiert. Der "deutsche Kunde" war ein verdeckter Ermittler vom LKA.
Fünf funktionsfähige Waffen und eine unfertige Knarre wurden beschlagnahmt, Marcin festgenommen. In seinem Keller fand sich über ein Kilo Schwarzpulver zwischen Maiskolben.
Der Bastler hat dem Waffenbau inzwischen abgeschworen. "Ich baue jetzt Instrumente", sagte er dem Richter, der Marcin zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilte.