Dresden - Das hätte furchtbar enden können! Am Pfingstmontag raste Patrick R. (50) im Transporter durch Dresdens historische Altstadt, versetzte Touristen und Besucher in Angst und Schrecken. Der psychisch kranke Anlagentechniker wollte im Wahn die Sicherheit des berühmten Areals prüfen. Im Prozess muss das Landgericht klären, ob er eingewiesen werden soll.
"Ich fuhr eigentlich von Kaditz nach Niedersedlitz", so der geständige Angeklagte, der aber 10 Uhr plötzlich auf die Augustusbrücke Richtung Altstadt abbog. Und das obwohl die Strecke nur für Taxis und Einsatzfahrzeuge freigegeben ist. Obendrein fuhr Patrick mehr als 70 Kilometern pro Stunde.
Der Transporter kurvte dann ums Residenzschloss, raste durchs Georgentor. "In dem Moment nahm ich mir vor, die Sicherheit in der Altstadt zu testen", sagte Patrick, der laut Anklage damals an einer tiefen manischen Phase litt.
Der Wagen raste über den Fußweg am Fürstenzug knapp an einer Kunst-Installation vorbei, weiter um Poller herum Richtung Neumarkt.
Ein Reisebus verhinderte mit einer Vollbremsung eine Kollision, eine Touristengruppe stob auseinander.
Der 50-Jährige wurde vorläufig in einer Klinik untergebracht
Der Transporter fuhr aufs Martin-Luther-Denkmal zu. Dort stoppte er vor einer vierköpfigen Familie mit quietschenden Reifen.
"Da wurde mir klar, ich habe überzogen, fuhr aus Angst zurück", so der Fahrer, der rückwärts zum Verkehrsmuseum fuhr, um von dort über die Brühlsche Gasse wieder aufs Terrassenufer zu biegen. Auch dort wurden Passanten gefährdet.
Die Polizei ermittelte den Raser, seither ist Patrick vorläufig in einer Klinik untergebracht. "Es tut mir unsagbar leid", sagte er. Urteil folgt.