Pflege-Schummlerinnen zockten Krankenkasse ab
Dresden - Ihre Freundschaft ist vorbei. Claudia V. (33) und Diana S. (50) hatten sich nichts zu sagen, als sie im Amtsgericht Dresden aufeinandertrafen. Beide Frauen sitzen wegen Betruges und Beihilfe dazu auf der Anklagebank. Sie sollen von der AOK Plus über 8000 Euro erschwindelt haben. Nun beschuldigen sie sich gegenseitig.
Laut Anklage rechnete Diana bei der Kasse Nachbarschaftshilfe und Verhinderungspflege ab. Denn die Kurierfahrerin half der benachbarten Mutter von drei Töchtern mit diversen Pflegegraden im Haushalt und bei der Kinderbetreuung.
Hausfrau Claudia bestätigte mit ihrer Unterschrift die Angaben auf den Formularen.
Die Kasse zahlte über 8000 Euro. Aber als Diana weitere 3000 Euro forderte, gab es keine Kohle.
"Wir bekamen einen anonymen Hinweis. Und die Prüfung bestätigte, dass zwei der Töchter zwischenzeitlich in stationärer Pflege waren", so eine Mitarbeiterin, die den Schwindel anzeigte.
Claudia erklärte, sie sei überfordert gewesen, Diana habe ihr geholfen. Im "blinden Vertrauen" hätte sie die Dokumente blanko unterschrieben.
Diana wies jede Schuld von sich
Diana wies jede Schuld von sich: "Die Kinder waren oft bei mir, haben gegessen und übernachtet. Es gab sogar Ausflüge. Ich habe viel getan."
Warum die AOK-Gelder auf das Konto ihrer Tochter (23) gingen, begründete Diana so: "Mein Ex sperrte mir ständig die Konten. Da gab ich ihres an."
Der Ermittler sagte, er habe mit der Helferin der Diakonie und der Familienhelferin am Amt, die beide schier rund um die Uhr bei Claudia waren, gesprochen.
Beide Betreuerinnen hätten Diana wahrgenommen, aber nie irgendwelche Hilfestellungen. Urteil folgt.
Titelfoto: Fotomontage: Peter Schulze

