Studierter Sicherheitsexperte als Planenschlitzer überführt

Dresden - Er studierte "Nationale Sicherheit" an der Akademie für Kriegskunst in Warschau. Diese militärische Hochschule ist direkt dem General der Streitkräfte unterstellt. Doch nun hockt Wojciech Z. (32) im Landgericht Dresden. Der Pole agierte als Planenschlitzer!

Wojciech Z. (32, r.) studierte an der Militärakademie und landete auf der Anklagebank.  © Peter Schulze

Sie kommen nachts, agieren schnell und höchst effektiv. Sogenannte Planenschlitzer plündern auf Rastplätzen immer wieder Ladeflächen von Sattelschleppern. Der Schaden ist enorm. Wojciech hinterließ seine DNA an zwei demolierten Lastern.

So verschwanden im Oktober 2023 vom Rastplatz Wiesenholz (A13) gut 4,5 Tonnen Lithium-Akkus im Wert von 150.000 Euro! Doch der geständige Familienvater, der mit anderen Tätern die Beute vom Hänger klaute, sah dafür keinen Lohn.

"Der Abnehmer bemängelte, dass es alte Akkus waren", so sein Verteidiger. "Die waren wohl alle für die Verwertung vorgesehen."

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Vier Monate später war Wojciech auf dem gegenüberliegenden Rastplatz aktiv. "Die Plane wurde aufgeschnitten, Kartons mit Kosmetik durchsucht", so der Ermittler (52). "Der Fund war entweder nicht hochwertig genug, oder die Täter wurden gestört." Immerhin: Eine Flasche Pflegeschaumbad für fünf Euro ließen sie mitgehen ...

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Wojciech Z. an vier weiteren Taten beteiligt?

Laut Anklage war Wojciech an vier weiteren Taten beteiligt. Dreimal war die Ladefläche leer, einmal verschwand Kosmetik für 50.000 Euro. Für die Taten aber fehlt der DNA-Beweis und der Angeklagte schweigt dazu.

Nachdem die Dresdner Polizei ihn ermittelt hatte, nahmen Zielfahnder ihn im Sommer 2025 in Berlin beim Tennistraining fest. Wojciech droht nicht nur in Sachsen ein Urteil. Polen beantragte inzwischen seine Auslieferung. Dort gibt es weitere Anklagen gegen ihn. Die Vorwürfe: Planenschlitzen entlang deutscher Autobahnen. Prompt bat Wojciech im hiesigen Prozess, ihn bitte nicht zu schnell auszuliefern.

"Die Strafvollstreckung in Polen könnte schwierig für ihn werden", erklärte sein Verteidiger. Urteil folgt.

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