Gift-Labor im Kinderzimmer: Prozess gegen Jugendlichen startet

Von Birgit Zimmermann

Zeithain (Riesa) - Ein Jugendlicher, der in einem Labor im Haus seiner Eltern in Zeithain (Riesa) tödliches Gift gemischt haben soll, wird sich Ende Februar vor Gericht verantworten müssen.

Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und des Rettungsdienstes waren vor Ort.
Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und des Rettungsdienstes waren vor Ort.  © Sebastian Kahnert/dpa

Die Verhandlung sei am 25. Februar geplant, teilte ein Sprecher des Amtsgerichts Riesa auf Anfrage mit. Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der damals 17-Jährige war vor rund einem Jahr ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten. Er soll ein extrem giftiges Gemisch aus Ricin und Aconitin hergestellt haben.

Außerdem soll der junge Mann 13 Mal aus online bestellten Chemikalien Böller gebastelt haben, die er im Garten oder in der Nähe des Hauses seiner Eltern explodieren ließ.

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Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage erhoben wegen der Herstellung und des Besitzes einer biologischen Waffe und des unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen in 13 Fällen.

Der Umgang mit Ricin ist in Deutschland strengstens reguliert.
Der Umgang mit Ricin ist in Deutschland strengstens reguliert.  © 123RF/martin33

Der junge Mann habe die Vorwürfe eingeräumt und dabei auch seine Motive erklärt: Laut Staatsanwaltschaft trieb ihn ein wissenschaftliches und experimentelles Interesse an. Es gebe keine Hinweise, dass er jemanden habe schädigen oder verletzen wollen.

Titelfoto: Fotomontage/Sebastian Kahnert/dpa/123RF/martin33

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