Dresden - Der Brand in der Ferdinand-von-Schill-Straße in Bannewitz vom Januar 2026 ist nun ein Fall fürs Landgericht Dresden. Damals brannte es in einem Anbau, ein Carport fackelte ab, ein Wohnhaus wurde beschädigt. Schaden: 84.000 Euro. Louis F. (26) soll das Feuer gelegt haben. In einem sogenannten Sicherungsverfahren muss geklärt werden, ob der psychisch kranke Beschuldigte schuldfähig ist oder dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik leben soll.
"Er stand voll im Qualm", so eine Anwohnerin (52), die den Brand entdeckte und auf Louis stieß, der regungslos im brennenden Anbau stand. "Er machte nicht den Eindruck, als ob er wüsste, was er da anrichtet." Seither ist er in einer Klinik untergebracht. Zum Vorwurf schwieg er.
Dafür berichtete seine Mutter im Prozess von einer schieren Odyssee mit ihrem Sohn. Der einst sportliche und musisch begabte Louis habe sich verändert.
Im Versuch, ihrem Jungen zu helfen, folgten längere und kürzere Klinikaufenthalte, ohne genaue Diagnose. Dann hatte die umtriebige Mutter einen Arzttermin organisiert, um ihren Sohn in eine geeignete Klinik einweisen zu lassen.
Auf dem Weg dorthin ging sie noch in den Konsum. Louis wartete rauchend vorm Laden. "Als ich herauskam, war er weg", so die Mutter. "Ich mache mir solche Vorwürfe, dass ich ihn nicht gleich vermisst gemeldet habe. Stattdessen habe ich ihn überall gesucht."
Louis aber war inzwischen unerkannt nach Bannewitz gefahren, wo er Stunden später zündelte. Urteil folgt.