Randale beim Dynamo-Aufstieg: Angeklagte gestehen

Dresden - Trotz mehrfacher Vorstrafen und der Verantwortung für Kinder: Oliver S. (30) und Robert S. (24) konnten es einfach nicht lassen, sich an den schweren Krawallen am Rande des Dynamo-Aufstiegsspiels zu beteiligen. Dafür wanderten sie bei der Großrazzia am 22. Juli hinter Gitter. Am Montag vor dem Dresdner Amtsgericht gestanden beide die Vorwürfe ohne Ausreden ein.

Oliver S. (30) gab den Wurf von Baumstämmen zu.
Oliver S. (30) gab den Wurf von Baumstämmen zu.  © Peter Schulze

Hätte die Ex-Schwiegermutter keine Zeit gehabt, würde Oliver S. wohl nicht hinter Gittern sitzen: "Ich hatte ja eigentlich die Kinder da", sagt der Brandenburger. "Aber dann ist sie gekommen und hat auf sie aufgepasst."

Erst ein paar Monate auf Bewährung aus dem Knast heraus, fuhr er mit dem Zug nach Dresden, schloss sich dort nach ein paar Bier einem Krawallmob an:

"Ich habe, glaube ich, einen oder zwei Steine auf die Polizei geschmissen", sagt er. "Dann kamen zwei Leute mit einem Müllcontainer, den habe ich geschoben, bis der Wasserwerfer uns zurückgedrängt hat."

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Auch den Wurf von Baumstämmen gibt er zu. "Mir war bewusst, was ich da mache", sagt er. "Ich bin völlig ausgerastet und stehe zu Recht hier."

Randalierern drohen mehrere Jahre Haft

Auch Robert S. (24) drohen mehrere Jahre Haft.
Auch Robert S. (24) drohen mehrere Jahre Haft.  © Peter Schulze

Nach vielfachen Drogen- und zuletzt einem Raubdelikt war Oliver S. erstmals auf dem Weg, sein Leben unter Kontrolle zu bringen, hatte schon die Zusage für seinen Meisterlehrgang.

Auch Robert S. (24) räumt alle Vorwürfe sofort ein: Erst am 29. Januar 2019 aus der Haft wegen seiner Mitgliedschaft im Neonazi-Schlägertrupp "Freie Kameradschaft Dresden" entlassen, schlug er kurz nach der 2-jährigen Bewährungszeit wieder zu:

"Weil ich vorher so etwas gemacht habe, aber fünf Jahre so etwas nicht mehr gemacht habe", begründet er knapp.

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"Ich hatte viel Stress, auch mit der Schwangerschaft meiner Freundin, das musste alles raus."

Er räumt ein, Maik K. (33), ebenfalls verurteiltes FKD-Mitglied, eine Flasche zum Werfen gegeben zu haben, selbst auch geworfen zu haben.

Seiner Freundin, die sich um die erst eine Woche vorher geborene Tochter kümmerte, erzählt er nichts: "Ich wusste, dass sie da stinksauer wird." Beiden Randalierern drohen jetzt mehrere Jahre Haft, der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Montage: Peter Schulze (2)

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