Dresden - Wäre er mal in Frankreich geblieben … Dort lebte Habib K. (40) die letzten Jahre. Dann aber kam der Friseur wieder über die Grenze. Doch der Tunesier war nicht nur ausreisepflichtig. Obendrein hatte er hier noch ein offenes Strafverfahren. Nun war Prozess am Amtsgericht Dresden.
Im Frühsommer 2023 trank der Afrikaner mit einem Landsmann (49) Feierabendbier im Alaunpark. "Ich glaube, er hatte Stress. So kenne ich ihn sonst nicht", so der Kumpel. "Denn plötzlich hat es geknallt."
Laut Anklage entriss Habib dem Opfer im Streit ums Bier die Flasche, schlug sie ihm auf den Kopf. Platzwunde. "Ich weiß nicht mehr, was passierte. Aber es war bestimmt ein Medikament im Bier", erklärte Habib dazu.
Die gerufene Polizei fand einen Schlagring bei ihm, stellte Drogen (etwa Kokain) im Blut fest. Der Angeklagte: "Ich nehme keine Drogen. Nur Marihuana. Fünf Joints am Tag."
Vom Revier holte ihn dann seine damalige Freundin ab. Auf dem Heimweg zofften sich beide so sehr, dass Habib vor Wut in Pieschen gegen diverse Autos trat, einen Spiegel demolierte.
Angeklagter arbeitete als Friseur in Frankreich
Ein Jahr später, als er laut Behörde ausreisepflichtig war, tauchte er ab. Seinen Angaben nach ging er nach Frankreich, arbeitete als Friseur, fand eine neue Liebe.
"Meine Freundin wollte dann nach Deutschland. Deshalb ging ich mit. Ich dachte, ich könnte hier noch mal Papiere beantragen", so Habib, der im Juli dieses Jahres am Grenzübergang Kehl (Baden-Württemberg) gestoppt und verhaftet wurde.
Das Amtsgericht verurteilte ihn nun zu einem Jahr Haft, und der Richter erklärte ihm: "Sie werden das nicht absitzen. Sie werden abgeschoben werden."