Russland gegen Ukraine: Vorfall in Dresdner Markthalle endet mit Freispruch!

Dresden - Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat aus Freunden Feinde gemacht - auch in Dresden. Der gebürtige Ukrainer Vladyslav L. (52) saß am Donnerstag im Amtsgericht auf der Anklagebank. Die Anklage warf ihm vor, 2022 in der Neustädter Markthalle die Laden-Besitzerin Olga K. (48) beleidigt, bedroht und genötigt zu haben.

Vladyslav L. (52) wurde in Donezk geboren. Er nennt sich selbst einen "ukrainischen Patrioten".
Vladyslav L. (52) wurde in Donezk geboren. Er nennt sich selbst einen "ukrainischen Patrioten".  © privat

Vladyslav L. kam in Donezk (Ukraine) zur Welt. Seit 2002 lebt der Zahntechniker mit seiner Familie in Dresden. Olga K. kennt er seit vielen Jahren. Bei ihr kaufte er regelmäßig russische Spezialitäten.

"Die Annexion der Krim 2014 und der Einmarsch der russischen Armee am 24. Februar 2022 in die Ukraine setzten mir mental schwer zu", erzählte Vladyslav L. vor Gericht. Als die ersten Bomben auf Kiew fielen, fand er nächtelang keinen Schlaf aus Sorge um seine Mutter und Verwandte, die dort noch leben.

Am 28. Februar 2022 ging der Ukrainer in der Markthalle einkaufen. Der Anblick von T-Shirts, Flaggen und Military-Ausrüstung, die Putin und seine Armee glorifizieren, schockte ihn.

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Er forderte Olga K. auf, diese Waren in ihrem Geschäft nicht mehr feilzubieten. Die Ladenbesitzerin reagierte barsch, verwies ihn des Ladens und rief die Polizei.

Amtsgericht Dresden urteilt Freispruch: Aussage gegen Aussage!

Der Ukraine-Konflikt hielt Einzug in die Dresdner Markthalle. (Archivbild)
Der Ukraine-Konflikt hielt Einzug in die Dresdner Markthalle. (Archivbild)  © Holm Helis

Einige Zeit später tauchte in sozialen Netzwerken ein Video auf, das Vladyslav L. im Laden zeigt, wie er auf Putin schimpft und den Verkaufs-Stopp fordert.

Der Film-Schnipsel ging viral, hatte vier Millionen Klicks. Vor Gericht erinnerte sich Olga K. als geladene Zeugin nicht mehr an eine Bedrohung oder Nötigung durch Vladyslav L.

Zudem verstrickte sie sich in Widersprüche bezüglich der Verbreitung des Videos.

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Die Richterin nannte die Aussage von Olga K. später "wenig glaubwürdig". Bezüglich der Beleidigung stand Aussage gegen Aussage.

Ihr Urteil: Freispruch.

Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis, Privat

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