Sein Kokain kam per DHL-Paket: So tappte Francisco in die Falle der Justiz

Dresden - Dieser lange zurückliegende "Freundschaftsdienst" könnte ihn teuer zu stehen kommen: Francisco H. (65) vermittelte bereits 2015 für seinen alten Kumpel (53) die Lieferung von fast 800 Gramm Kokain. Der Stoff kam direkt aus Kolumbien nach Sachsen - per DHL! Das Paket wurde vom Zoll abgefangen. Seit Montag ist Prozess am Landgericht Dresden gegen Francisco.

Francisco H. (65) vermittelte eine Kokain-Lieferung von Kolumbien nach Dresden.
Francisco H. (65) vermittelte eine Kokain-Lieferung von Kolumbien nach Dresden.  © Peter Schulze

"Ich habe ihn im Knast in Deutschland kennengelernt", so der Angeklagte über seinen Kumpel, der in Deutschland Boutiquen betrieb, die aber schlecht liefen.

Um die Finanzen zu verbessern, bat er Francisco um Hilfe. Und der hatte, inzwischen wieder in Kolumbien lebend, Kontakte und vermittelte die Rauschgift-Lieferung.

In einem EKG-Monitor versteckt, kam der Stoff per DHL am Flughafen Leipzig an und wurde entdeckt. Der Zoll präparierte die Lieferung, sandte sie nach Dresden zu einem Komplizen (47), an den das Paket adressiert war, weiter.

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Die Fahnder waren "live" dabei, als der Boutiquebetreiber und sein Handlanger in einer Gartenlaube den Monitor zertrümmerten, um an das Kokain zu kommen - Festnahme!

Beide bekamen bereits 2016 ihre Strafen.

Als Francisco H. wieder nach Deutschland einreiste, klickten die Handschellen

Laut Zoll-Papieren wurde ein EKG-Monitor geliefert. Der aber war vollgestopft mit Rauschgift.
Laut Zoll-Papieren wurde ein EKG-Monitor geliefert. Der aber war vollgestopft mit Rauschgift.  © IMAGO/Addictive Stock
Fast 800 Gramm Kokain mit extrem guter Qualität wurde vom Zoll am Flughafen Leipzig abgefangen.
Fast 800 Gramm Kokain mit extrem guter Qualität wurde vom Zoll am Flughafen Leipzig abgefangen.  © Christian Charisius/dpa

Die Handy-Auswertung und Aussagen des Modehändlers brachten die Fahnder auf die Spur von Francisco H.

Der war 2002 ausgewiesen worden, nachdem er über Jahre Haftstrafen wegen Kokain-Handels kassiert hatte.

Im Jahr 2022 aber reiste er plötzlich wieder nach Deutschland ein. Sofort klickten Handschellen, nun ist Prozess.

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"Ich hatte große Probleme in Kolumbien", ließ er über seinen Anwalt wissen. Nachdem die Lieferung damals abgefangen und die Mittäter verhaftet worden waren, sei er mit dem Tode bedroht worden, weil die Lieferanten kein Geld sahen 

... Urteil folgt.

Titelfoto: Montage: Peter Schulze, Christian Charisius/dpa

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