"The Biggest Loser" vor Gericht: Hatte es Pierre K. auf sexuelle Beherrschung angelegt?
Dresden - Der tiefe Fall des Pierre K. (37). Einst war er ein TV-Sternchen in Shows wie "The Biggest Loser" oder "Schwer verliebt": Nun ist der Prozess gegen ihn am Landgericht Dresden.
Die Anklage listet 172 Vorwürfe auf. Unter anderem wegen Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch von Jugendlichen, Überlassens von Drogen. Pierre schweigt. Sein Anwalt bezichtigt den Staatsanwalt der Lüge.
Der Telefonverkäufer veranstaltete laut Anklage ab 2022 in seiner Wohnung in Löbtau zahlreiche Partys "für homosexuelle Männer, zum Kennenlernen und gemeinsamen Drogenkonsum".
Dazu lud er auch seine drei späteren Opfer (14 bis 17 Jahre) ein. Pierre überließ ihnen MDMA oder mischte K.-o.-Tropfen in Getränke. Die Jungen wurden bewusstlos, wachten zum Teil erst Stunden später wieder auf!
Derweil verging sich Pierre, der es "auf sexuelle Beherrschung angelegt" hatte, an ihnen und filmte seine Taten.
Ein Opfer soll sogar von zwei weiteren, bisher unbekannten Tätern vergewaltigt worden sein.
Pierre K. verging sich offenbar an Minderjährigen
Offenbar nutzte Pierre die Drogenabhängigkeit seiner Opfer zusätzlich aus. Laut Anklage überließ er ihnen immer wieder Rauschgift gegen sexuelle Handlungen. Einen Jungen (13), den er über Snapchat kennenlernte, bedrohte er, bis der ihm Nacktbilder von sich sandte.
Seine Tat-Videos verschickte er laut Anklage an Bekannte. Bei der Durchsuchung im September 2025 fand die Kripo zusätzlich Dateien bei ihm, die unter anderem die Vergewaltigung von Kleinkindern zeigen.
Im Prozess schweigt Pierre, der erfolglos eine nichtöffentliche Verhandlung forderte. Erst vergangene Woche hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass er "im Wesentlichen geständig" ist. "Mein Mandant hat zu keiner Zeit so geäußert", sagte dagegen sein Anwalt.
Die Folge: Die Opfer müssen im Gericht gehört werden.
Die Kammer lädt auch den Ermittlungsrichter, der damals die Angaben von Pierre nach der Verhaftung notierte. Das Urteil soll im Mai fallen.
Titelfoto: © SAT1

