Tischler in Dresden vor Gericht: Hat er einen Radfahrer verprügelt?
Dresden - Hatte das eine Vorgeschichte oder ist Steve M. (36) einfach nur im Straßenverkehr ausgerastet?
Seit Dienstag muss er sich vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten, weil er auf Radfahrer Alexander P. (45) eingeschlagen hatte. Das räumt der Tischler auch ein, aber die Versionen der Begründung gehen weit auseinander.
Vor vielen Jahren stand Steve mal als germanischer Held auf der Bühne, doch auch im realen Leben scheut er wohl nicht den Kampf. Am 21. März 2025 schlug er auf Alexander in Übigau ein.
"Ein Fahrradfahrer ist mittig auf der Fahrbahn gefahren", sagte er zum Ursprung der Konfrontation. Er sei mit einer fahrenden Freundin und einem Freund in einem Transporter unterwegs gewesen, habe den Radler überholt.
"Der hat sich wohl bedrängt gefühlt und mit aggressiven Gesten eine bedrohliche Haltung gezeigt."
Kannte der Radler die Fahrerin oder nicht?
Seine Fahrerin habe dann erzählt, den Radler zu kennen, und dass er sie schon mal geschlagen habe.
Ein paar Ecken weiter trafen beide dann erneut aufeinander. "Der Radfahrer hat sie massiv beleidigt", behauptete Steve. "Und er hat sein Rad schwungvoll umgedreht, mich damit getroffen."
Er habe Gefahr für die Frau und für sich gesehen, sich nur durch ein paar Faustschläge verteidigt.
Ganz anders die Version des Radlers. "Der ist ganz knapp an mir vorbei", sagte er. "Ich hatte einen wahnsinnigen Hals." Als er den Transporter sah, wollte er den Fahrer eigentlich zur Rede stellen, habe dann aber gesehen, dass da eine junge Frau am Steuer saß, und sei wieder weggefahren.
"Da kamen zwei Männer, der eine ist meiner Freundin mit ausgestrecktem Bein ins Kreuz gesprungen", so der Radfahrer. "Der andere meinte, ich hätte seine Schwester geschlagen."
Der Angeklagte habe dann wie von Sinnen auf ihn eingeschlagen. Weder die Fahrerin noch den Mann habe er gekannt. Nun müssen weitere Zeugen gehört werden.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze, Arno Burgi/dpa

