Tragischer Tod des kleinen Ali (†6): Autoraser gesteht unter Tränen!

Dresden - Im Prozess um den tragischen Tod des kleinen Ali (†6) an der Budapester Straße am Landgericht Dresden äußerten sich die Angeklagten erstmals zu den Vorwürfen. Dabei flossen viele Tränen.

BMW-Fahrer Mohamed A. (24) gestand seine Tat unter Tränen. Auch Alis Mutter weinte. (Archiv)
BMW-Fahrer Mohamed A. (24) gestand seine Tat unter Tränen. Auch Alis Mutter weinte. (Archiv)  © Holm Helis

Laut Anklage lieferten sich Benz-Fahrer Mohammad F. (32) und Mohamed A. (24) im BMW im August 2020 ein illegales Autorennen. Der Benz erfasste auf der Budapester Straße das Kind. Der Junge hatte keine Chance.

Seit Monaten sagen Zeugen aus, berichten von wilder Raserei und laut Gutachter der DEKRA war der Unfall vermeidbar gewesen.

Am Montag nun erklärte Hermes-Ausfahrer Mohammad F. (32), der den Benz steuerte, über seinen Anwalt seine Version.

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Demnach hatte er drei Freunde zu Besuch, darunter Mohamed A. Alle gemeinsam wollten sie in der Neustadt zu Abend essen und fuhren in zwei Autos los.

Er sei auf der Budapester Straße schneller als 50 km/h unterwegs gewesen. Wie viel genau er fuhr, wisse er nicht mehr. Plötzlich hätten die Kinder auf der Straße gestanden, es kam zum Unfall.

Den BMW seines Freundes hätte er zu keinem Zeitpunkt wahrgenommen.

Raser Mohamed A. mit emotionalem Geständnis, Urteil könnte noch heute fallen

Blumen, Kerzen und ein Plüschteddy erinnerten auf der Budapester Straße an den kleinen Ali (†6).
Blumen, Kerzen und ein Plüschteddy erinnerten auf der Budapester Straße an den kleinen Ali (†6).  © Montage: Archivbild/dpa/Sebastian Kahnert, privat

Wesentlich emotionaler sagte BMW-Fahrer Mohamed A. aus. Mit zittriger Stimme und immer wieder mit den Tränen kämpfend sagte er: "Ich habe schon in Syrien den Führerschein gehabt, in Deutschland habe ich ihn 2020 erworben. Ich wollte den BMW des Freundes, der zu Besuch war, testen."

Es habe gelöste Stimmung geherrscht, alle freuten sich aufs Wochenende. "Aber es stimmt, wenn die Leute sagen, dass wir schon durch Löbtau schnell fuhren. Wir haben die Motorleistung ausgetestet." Aber ein Rennen war nie abgesprochen. "Das war der größte Fehler meines Lebens."

"Aber an der Ampel zur Budapester Straße hatte ich das Gefühl, Herr F. will mich provozieren. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Hätte ich die Chance gehabt, hätte ich ihn überholt."

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Dann geschah der Unfall: "Ich sah den Unfall, war unter Schock, ließ das Auto ausrollen und rannte zu dem verletzen Kind."

Danach brauchte der Angeklagte eine lange Pause, um sich zu beruhigen. Er weinte. Die Mutter des kleinen Ali, die erneut tapfer im Saal saß, weinte, im Zuschauerraum war Schluchzen zu hören. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Montage: Holm Helis, privat

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