Dresden - Seine Tat war so frech wie unnötig: Im April griff sich Victor T. (50) in einer Optiker-Filiale in der Dresdner Neustadt vier Brillen. Der Dieb wurde erwischt, reagierte rabiat und landete (mal wieder) auf der Anklagebank im Amtsgericht. An Erklärungen mangelte es ihm nicht.
"Ich hatte zu viel Wodka getrunken", begründete der gebürtige Kasache seine Tat. Als ihn ein Mitarbeiter ansprach, ging der gelernte Schlosser stiften, warf noch im Laden zwei geklaute Brillen weg.
"Ich hatte aber vergessen, dass ich noch zwei Brillen in der Hosentasche hatte", behauptete Victor im Prozess. "Die habe ich dann auch weggeschmissen. Der Mann griff nach meinem Rucksack, dabei muss er gestolpert sein." Laut Anklage trat der Dieb seinem Verfolger allerdings gegen das Knie.
Die Polizei nahm Victor, der ein Fleischermesser und ein Einhandmesser bei sich hatte, fest. "Ich war zum Schaschlikessen eingeladen", erklärte der Dieb dazu.
Er gestand, dass er die Brillen gegen Drogen eintauschen wollte. Seit Jahren konsumiert er selber. "Auch in Haft", gab der Mann mit den 30 Eintragungen im Strafregister zu.
Erst acht Wochen zuvor war er entlassen worden (saß insgesamt schon 15 Jahre) und wurde nach der Brillen-Tat freilich wieder verhaftet.
"Ich wollte ja zur Therapie, musste aber wieder in U-Haft", bemitleidete er sich selbst. Im Knast bleibt er vorerst auch. Das neue Urteil: 14 Monate Haft.