Dresden - Der Syrer Ali A. (24) soll im Januar 2024 eine damals 21-jährige Deutsche auf einer öffentlichen Toilette in der Dresdner Neustadt vergewaltigt haben. Nach dem ersten Prozesstag im Landgericht scheint der Fall jedoch weniger eindeutig als angenommen.
Beide seien zunächst durch die Neustadt gezogen, hätten an einer bekannten Bar getrunken und geknutscht, wollten irgendwo tanzen gehen.
Doch laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll Ali mit seinem Opfer zwischen 0.45 und 1.15 Uhr in die öffentliche Toilette an der Louisenstraße verschwunden sein. "Dort drehte er sie um, zog Strumpfhose und Slip herunter und drang trotz verbaler Ablehnung mehrfach in sie ein."
Dabei soll sich der Täter zunutze gemacht haben, dass sich das Opfer mit rund 1,6 Promille und unter Drogeneinfluss nicht wehren konnte.
Ali schwieg zur Anklage, sein Verteidiger behauptet, es sei einvernehmlicher Sex auf dem als "Meth-Toilette" bekannten Abort gewesen.
Prozess um mögliche Vergewaltigung in Dresdner Neustadt: Das sagt die Ärztin
Rund zwei Stunden nach der Tat sandte das Opfer einen Notruf aus einem Busch am Elbufer ab, mehr als einen Kilometer vom Tatort entfernt.
Nach Aussagen des zuständigen Notarztes sei sie "unterkühlt und seelisch offensichtlich beeinträchtigt" aufgefunden worden. Sie wurde in die Uni-Klinik gebracht.
Die behandelnde Ärztin stellte "außer Abschürfungen an den Knien", keine äußerlichen Verletzungen fest, die auf eine Vergewaltigung schließen lassen.
Eine geladene Streifenpolizistin sagte aus, das Opfer hätte bereits früher mit Drogen zu tun gehabt und sei in ihrer Jugend zeitweise in einer psychiatrischen Klinik untergebracht gewesen.
Der Prozess wird fortgesetzt.