Von Sabine Maurer
Frankfurt am Main - Zwei MMA-Kämpfer sollen Männer mit heftigen Schlägen und Tritten schwer verletzt haben - beim Prozessauftakt im Frankfurter Landgericht äußerten sie sich zunächst nicht zu den Vorwürfen des versuchten Totschlags.
Einlassungen seien für einen späteren Zeitpunkt geplant, sagten die Verteidiger der 36 und 29 Jahre alten Männer.
Laut einem Hinweis des Gerichts könnte es sich bei der Tat um einen versuchten Mord aus niedrigen Beweggründen handeln. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage von einem versuchten Totschlag aus, die Männer hätten tödliche Verletzungen in Kauf genommen.
Bei MMA (Mixed Martial Arts) handelt es sich um eine Vollkontakt-Kampfsportart, in der geschlagen und getreten wird. Der 36-jährige Angeklagte ist als MMA-Profi tätig, der 29-Jährige betreibt den Sport semiprofessionell.
Bei einer Auseinandersetzung in der Silvesternacht 2025 soll der 29-Jährige von Unbekannten mit Pfefferspray besprüht worden sein. Später kontaktierte er den vermeintlichen Täter und bestellte ihn für Anfang Januar auf einen Parkplatz, um eine Entschuldigung zu erhalten.
Der Mann erschien laut Anklage mit seinem Onkel. Dort sollen beide von den Angeklagten und sechs bis sieben weiteren bislang unbekannten Tätern zusammengeschlagen und getreten worden sein. Die Angeklagten gingen dabei laut Staatsanwaltschaft "in MMA-Kampfmanier" vor.
Tritte und Schläge gegen den Kopf
Dem 36 Jahre alten MMA-Profi wird in der Anklage zudem vorgeworfen, im Oktober 2024 in einer Bar aus unbekannten Gründen einen Gast in einen Hinterraum gezerrt und dort zusammen mit einem weiteren Mann mit Schlägen und Tritten auch gegen den Kopf misshandelt zu haben.
Einen Zeugen, der eingreifen wollte, soll er ebenfalls bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und getreten haben. Eines der Opfer erlitt unter anderem eine Hirnblutung, das andere mehrere Kieferbrüche. Nach der bisherigen Planung soll bis Ende November verhandelt werden. Beide Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft.