Nachbarn wegen zu lauten Fernsehers erstochen: Acht Jahre Haft wegen Totschlags

Hamburg – Nach einem tödlich geendeten Nachbarschaftsstreit um Lärm hat das Landgericht Hamburg einen Angeklagten wegen Totschlags zu acht Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Der Angeklagte sitzt neben seinem Anwalt Philipp Naumann (r.) zu Beginn eines Prozesses im Strafjustizgebäude.
Der Angeklagte sitzt neben seinem Anwalt Philipp Naumann (r.) zu Beginn eines Prozesses im Strafjustizgebäude.  © Christian Charisius/dpa

Der 61-Jährige habe den über ihn in einem Wohnstift für ältere Menschen wohnenden Mann vorsätzlich mit zwölf Messerstichen getötet, weil dieser seinen Fernseher zu laut gestellt hatte, erklärte die Vorsitzende der Strafkammer, Nora Karstens, am Montag.

Der Tat vom 2. Mai dieses Jahres sei eine lange Auseinandersetzung um Lärm vorausgegangen. Der 66 Jahre alte Nachbar sei mehrfach nach Beschwerden von anderen Bewohnern abgemahnt worden, es habe sogar eine Räumungsklage gegeben.

"Der konkrete Tatanlass, der laute Fernseher, bleibt krass und erschreckend", betonte die Richterin.

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Nur wenige Stunden nach der Tat hatte sich der Angeklagte in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel gestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte den 61-Jährigen ursprünglich wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen angeklagt.

Nach Abschluss der Beweisaufnahme hatte die Behörde jedoch auf Totschlag plädiert und zwölf Jahre Haft gefordert.

Der Verteidiger hatte beantragt, seinen Mandanten wegen eines minderschweren Falls des Totschlags zu fünf Jahren Haft zu verurteilen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erstmeldung 05.53 Uhr. Aktualisiert um 12.01 Uhr.

Titelfoto: Bildmontage: Christian Charisius/dpa, Arne Dedert/dpa, Screenshot/Twitter/fmnsports

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