Wilke-Wurstskandal mit elf Todesopfern: Jetzt sollen die Verantwortlichen vor Gericht

Von Nicole Schippers

Kassel - Im Fall des nordhessischen Wurstherstellers Wilke könnte der Prozess um mehrere Todesfälle im Sommer beginnen.

Die Firma war im Oktober 2019 geschlossen worden, nachdem es mehrere Todesfälle wegen der kontaminierten Wurstwaren gegeben hatte.
Die Firma war im Oktober 2019 geschlossen worden, nachdem es mehrere Todesfälle wegen der kontaminierten Wurstwaren gegeben hatte.  © Uwe Zucchi/dpa

Die zuständige Kammer fasse derzeit einen Beginn der Hauptverhandlung im Juni oder August dieses Jahres ins Auge, teilte ein Sprecher des Landgerichts mit.

Damit könnte die juristische Aufarbeitung von elf Todesfällen fast sechseinhalb Jahre nach der Schließung des nordhessischen Wurstherstellers und dem Skandal um mit Keimen verunreinigte Produkte beginnen.

Beschuldigte in dem Fall sind der ehemalige Geschäftsführer, seine Stellvertreterin und der damalige Produktionsleiter. Ihnen wird dem Sprecher zufolge fahrlässige Tötung in elf Fällen sowie fahrlässige Körperverletzung in sieben Fällen vorgeworfen.

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Zudem lautet die Anklage demnach auf Beibringung gesundheitsgefährdender Stoffe in vier Fällen, Betrug in 17 Fällen sowie gesundheitsgefährdendes Inverkehrbringen von Lebensmitteln in 18 Fällen.

Bundesweit elf Todesopfer nach Verzehr von Wurstwaren

In der Wurst waren Listerien-Keime nachgewiesen worden. (Symbolfoto)
In der Wurst waren Listerien-Keime nachgewiesen worden. (Symbolfoto)  © Jens Büttner/dpa

Die Firma in Twistetal (Landkreis Waldeck-Frankenberg) war im Oktober 2019 geschlossen worden, nachdem in ihrer Wurst Listerien-Keime nachgewiesen worden waren.

Die Keime können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Gesundheitsbehörden meldeten danach 37 Krankheitsfälle, die mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht wurden.

Die elf Todesopfer im Alter zwischen 47 und 86 Jahren stammten laut Staatsanwaltschaft aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Berlin und dem Saarland.

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"Aktuell befindet sich die 2. Strafkammer in der Vorbereitung der Beweisaufnahme und Abstimmung von Terminen mit sieben Verteidigern und fünf Sachverständigen", erklärte der Sprecher des Landgerichts.

Über den Umfang der erwartbaren Beweisaufnahme und die dafür notwendige Anzahl an Terminen sei noch nicht entschieden.

"Die Anklageschrift benennt neben medizinischen und lebensmittelgesundheitlichen Sachverständigen 32 Zeugen, darunter eine Vielzahl von ehemaligen Mitarbeitern der Firma Wilke, sowie 133 Untersuchungsberichte und sonstige Urkunden", erläuterte er.

Titelfoto: Uwe Zucchi/dpa

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