Hat sie den kleinen Ben getötet? Mutter (24) wehrt sich gegen Vorwürfe: "Habe meinen Sohn nicht geschüttelt"

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Leipzig - Vor dem Leipziger Landgericht muss sich momentan eine junge Mutter für den Tod ihres nur sieben Monate alten Babys verantworten. Der Vorwurf: Totschlag. Am Freitag stellte Natalie J. (24) ihre Sicht der Geschehnisse dar.

Natalie J. (24) muss sich wegen des Vorwurfs des Totschlags verantworten.
Natalie J. (24) muss sich wegen des Vorwurfs des Totschlags verantworten.  © Ralf Seegers

Seit seiner verfrühten Geburt habe die heute 24-Jährige in besonderer Sorge um den kleinen Ben gelebt, da er von den Ärzten mit einer Entwicklungsstörung diagnostiziert wurde, die mit Atemaussetzern einhergeht.

In den Wochen vor seinem Tod sei Natalie J. immer wieder aufgefallen, dass ihr Sohn nicht auf dem Rücken liegen wollte und sich stattdessen auf den Bauch drehte. Ein Termin beim Kinderarzt sei bereits vereinbart worden - doch dann kam der schicksalhafte 29. April 2024, an dem Ben für immer die Augen schloss.

Laut der Obduktion hatte das Baby schwere Hirnschäden erlitten, welche auf Schütteln sowohl kurz vor dem Tod als auch weiter in der Vergangenheit hindeuteten.

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Vor Gericht stellte Natalie J. am Freitag klar: "Ich habe meinen Sohn nicht geschüttelt, nicht am 29. April und auch zu keinem anderen Zeitpunkt."

Auch Bens Vater und ihren damaligen Partner Dominik habe sie nie bei einer solchen Tätlichkeit beobachtet. Gleichzeitig sei die Beziehung von Streit und Gewalt geprägt gewesen, wiederholt sei die 24-Jährige zu ihrer Mutter geflohen: "Ich hatte etwas Angst vor ihm."

Junge Mutter wehrt sich gegen Vorwürfe: "Habe meinen Sohn nicht geschüttelt"

Der Fall wird vor dem Leipziger Schwurgericht mit seinem Vorsitzenden Hans Jagenlauf (M.) verhandelt.
Der Fall wird vor dem Leipziger Schwurgericht mit seinem Vorsitzenden Hans Jagenlauf (M.) verhandelt.  © Ralf Seegers

Natalies Mutter sei es auch gewesen, die ihr erzählt hatte, Dominik einst beim nächtlichen Füttern dabei beobachtet zu haben, wie er den schreienden Ben "anschnauzte" und "an ihm rüttelte".

Auch in der Nacht des 29. April habe Dominik - den Natalie im Umgang als "ungeduldig und zum Teil aggressiv" beschrieb - alleine seinen Sohn gefüttert. Ob es dabei Auffälligkeiten gegeben hatte, wisse sie nicht - sie habe einen "sehr tiefen Schlaf".

Nach Bens Tod hätten sich Natalie und Dominik dann wieder kurzzeitig angenähert, kurz darauf aber getrennt. Über die Umstände und möglichen Hintergründe des Vorfalls am 29. April hätte sie nie richtig mit ihm reden können, so die 24-Jährige. Aktuell besteht kein Kontakt zwischen ihnen.

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Natalie hat inzwischen einen neuen Partner, im Januar dieses Jahres wurde ihr drittes Kind geboren.

Titelfoto: Ralf Seegers

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