Siebenfacher Mordversuch! Leipziger Hotel-Zündler zu langer Haft verurteilt
Leipzig - Der hinterhältige Brandanschlag auf ein Leipziger Innenstadthotel in der Silvesternacht hat für den Feuerteufel heftige Konsequenzen. Das Landgericht verurteilte Thomas B. (43) jetzt wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes in sieben Fällen zu achteinhalb Jahren Gefängnis.
Es war ein Verbrechen, das viele Leben hätte auslöschen können. Kurz nach dem Jahreswechsel hatte sich der bis dahin wegen kleinerer Drogen- und Diebstahlsdelikte polizeibekannte Arbeitslose durch einen Hintereingang in das B&B-Hotel an der Leipziger Nikolaistraße geschlichen.
In der vierten und fünften Etage begann er, die Feuerlöscher zu beseitigen und mit Wäschewagen des Hotels auf den Fluren Barrikaden zu errichten, um die Fluchtwege zu blockieren. Anschließend zündete Thomas B. Handtücher und weitere Utensilien an. Die sofort anspringende Rauchmeldeanlage und der schnelle Einsatz der Feuerwehr verhinderten eine Katastrophe.
Die sieben Gäste, die zu diesem Zeitpunkt im Hotel waren, blieben unverletzt. Dennoch unterstellte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten, dass er den Tod der Menschen beabsichtigte.
Im Prozess hatte Thomas B. alle Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Doch die vom Schwurgericht erhobenen Beweise, unter anderem Bilder aus der Überwachungskamera des Hotels und Spuren, überführten ihn als Feuerteufel.
Acht Jahre und sechs Monate schickten ihn die Richter hinter Gitter. Sein Kumpel Tobias N. (27), der dem Treiben passiv zugeschaut hatte, bekam wegen unterlassener Hilfeleistung drei Monate auf Bewährung.
Titelfoto: Montage: Ralf Seegers
