20 Millionen Schaden! Europäische Staatsanwaltschaft erhebt Anklage in Magdeburg

Magdeburg - Paukenschlag nach umfangreichen Ermittlungen: Die europäische Staatsanwaltschaft hat vor dem Landgericht Magdeburg Anklage erhoben, da eine Betrügerbande mehrere Millionen Euro Steuern hinterzogen hat.

Die Europäische Staatsanwaltschaft hat vor dem Landgericht Magdeburg Anklage erhoben.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Insgesamt fünf Menschen wurden von der europäischen Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Magdeburg angeklagt.

Der Vorwurf: Sie sollen Mehrwertsteuerbetrug von rund 20 Millionen Euro begangen haben! Auch sollen zwei der Angeklagten Mitglied in einer kriminellen Vereinigung sein.

Die fünf Tatverdächtigen sollen über zwei Mineralölfirmen in Sachsen-Anhalt sogenannte Designer-Kraftstoffe vertrieben haben, bei denen es sich um chemisch modifizierte Produkte handelt.

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Diese Substanzen würden nicht der Energiesteuer unterfallen, außer, sie werden als Diesel genutzt.

"Für die Lieferung und zur Verdeckung der Lieferkette wurde eine komplexe Kette von Dreiecksgeschäften über mehrere Unternehmen im Inland und im osteuropäischen Ausland geknüpft", teilte das Landgericht mit.

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Die Substanzen gerieten über Polen auf den deutschen Markt, wo sie umgefüllt und als Diesel deklariert wurden, um vorzugaukeln, dass die Energiesteuer bezahlt wurde - was nicht der Fall war. Diese Erkenntnisse gehen aus den Ermittlungen "Water into Wine" hervor, hieß es.

In diesem Rahmen wurde bereits im Juni 2025 der Geschäftsführer von zwei dieser Firmen bei einer Razzia festgenommen. Wie die Volksstimme erfahren haben will, würde es sich bei den fünf Angeklagten größtenteils um Mitglieder einer Familie aus Blankenburg im Landkreis Harz handeln.

Bei einer Verurteilung droht den Tatverdächtigen eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

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